Carl Zeiss: Mechaniker mit Weitblick

In seiner Jenaer Werkstatt baut der Mechanikermeister Carl Zeiss ab 1846 einfache Mikroskope. Doch der gebürtige Weimarer hält die damalige Fertigungsmethode für zu wenig ausgereift und so überzeugt er Ernst Abbe, für ihn zu forschen. Die Zusammenarbeit mit dem Mathematiker und Physiker bringt Zeiss den Durchbruch. Ab 1872 bilden wissenschaftliche Berechnungen die Grundlage der Produktion – der Grundstein für ein noch heute weltbekanntes Unternehmen, die Carl Zeiss AG. Die optischen Eigenschaften der Jenaer Mikroskope stellen die Konkurrenz in den Schatten. Seit den späten 1880er-Jahren ergänzen Abbe und seine Ingenieure Meister der Innovation 87 | Carl Zeiss und Ernst Abbe Jena 86 | 87 | die Produktpalette, beispielsweise um optische Messgeräte und Feldstecher. 1890 bringt die Jenaer Firma das erste verzerrungsfrei abbildende fotografische Objektiv auf den Markt. Hauptsitz der Carl Zeiss AG ist heute Oberkochen in Baden-Württemberg. Am Standort Jena sind alle vier ZEISSSparten vertreten. So kommen aus Jena leistungsstarke Systeme, die den technologischen Fortschritt gestalten, wie zum Beispiel das Mikroskopsystem ZEISS Elyra 7. Mit ihm können Wissenschaftler dynamische Prozesse in lebenden Zellen über lange Zeiträume dreidimensional und hochauflösend abbilden.