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Alexander Rödiger – Weltmeister. Waldbademeister.

Mal voller Action, dann wieder ganz entspannt – Alexander Rödiger braucht den Kontrast. Als Bobfahrer liebt er das Adrenalin, das seinen Körper während der rasanten Fahrt durch den Eiskanal flutet. Als Waldbademeister sucht er den Ausgleich zum Leistungssport und taucht tief in die Natur ein. Welche positiven Effekte das Waldbaden auf den Doppel-Weltmeister hat und wie er zwei neue Waldbaden-Fans gewinnen konnte, erfahren wir am Schlossberg nahe Oberhof.

Hallo Alex. Weltmeister oder Waldbademeister, wie sollen wir dich nennen?
(lacht) Belassen wir es bei Alex.

Sehr gern. Was du als Weltmeister machst, wissen wir. Als Anschieber beschleunigst du den Bob. Aber was machst du als Waldbademeister?
Quasi das Gegenteil. Ich entschleunige.

Beim Waldbaden entschleunige ich.

Das musst du uns erklären.
Beim Waldbaden geht es darum, zur Ruhe zu kommen und zu entspannen. Und so einen positiven Effekt auf das Immunsystem zu erzielen.

Worin besteht dieser positive Effekt?
Der Blutdruck sinkt und Stresshormone werden abgebaut. Zudem steigt die Anzahl an Killerzellen nach einem Tag im Wald um 40%. Das sind die Zellen, die Viren, Bakterien oder Krebszellen bekämpfen. Außerdem verkürzt sich die Regenerationszeit nach einem Wettkampf, was für mich als Sportler natürlich besonders wichtig ist.

Der Blutdruck sinkt. Stresshormone werden abgebaut.

Wow, klingt ja nach einem echten Gesundheitsbooster. Aber wo kommt das Waldbaden her?
Aus Japan. Dort nennt man es Shinrin Yoku, was wörtlich übersetzt „Ein Bad in der Luft des Waldes nehmen“ heißt.

Und wie bist du darauf aufmerksam geworden?
Durchs Fernsehen. Es lief eine Dokumentation übers Waldbaden. Eigentlich wollte ich schon weiterschalten. Aber als die gesundheitlichen Aspekte des Waldbadens zur Sprache kamen, da war mein Interesse geweckt.

Und dann?
Dann habe ich zum Thema recherchiert und bin dabeigeblieben. Mit der Zeit habe ich dann festgestellt, dass ich die Idee des Waldbadens auch gut anderen vermitteln kann. Also habe ich den Kurs zum Waldbademeister gemacht.

Anderen das Waldbaden näherbringen. Das willst Du heute ja auch machen. Aber nicht irgendjemandem.
Nein. Heute treffe ich mich mit Rodel-Olympiasieger Johannes Ludwig und Spitzen-Biathlet Philipp Horn.

Deine Teamkollegen aus dem TeamThüringen23. Was erwartest du von dem Tag?
Ich bin sehr gespannt. Ich denke, ich muss die beiden erst einmal fürs Waldbaden begeistern (lacht). Aber das wird mir schon gelingen. Und dann werden wir bestimmt einen entspannten Tag haben.

Wie aus Spitzensportlern Waldbaden-Fans werden.

Für Johannes Ludwig und Philipp Horn ist es das erste Mal – Waldbaden im Thüringer Wald. Nach einer kurzen Begrüßung durch Waldbademeister Alexander Rödiger machen sich die drei Top-Athleten auf den Weg in den Wald. Interessiert hören Johannes und Philipp dem Doppel-Weltmeister zu. Erst etwas zögerlich, dann immer begeisterter machen sie ihm die Übungen nach. Nach gut zwei Stunden ist das Waldbaden für die drei beendet. Sichtlich entspannt verabschieden sich Johannes und Philipp, während Alexander sich darüber freut, zwei neue Waldbaden-Fans gewonnen zu haben.

Na, wie war's?
Super.

Wie haben sich die beiden denn geschlagen?
Gut. Am Anfang waren sie ein wenig skeptisch. Aber nach kurzer Zeit haben sie sich aufs Waldbaden eingelassen.

Hattest du dir denn für die beiden Sportskameraden etwas Besonderes ausgedacht?
Wir haben einen typischen Waldbaden-Tag verlebt. Das ist immer besonders.

Wie sieht so ein Tag aus?
Das fängt mit der persönlichen Begrüßung an. Dabei erkläre ich die Grundzüge des Waldbadens und worauf man dabei achten muss. Und dann geht es auch schon los.

Bei der ersten Übung habt ihr Euch die Augen verbunden. Wozu dient das?
Um die anderen Sinne zu schärfen. Zum Beispiel den Tastsinn. Wir halten einen Gegenstand in der Hand und nehmen ihn ganz anders als mit den Augen wahr. Schließlich entsteht ein Bild des Gegenstands im Kopf. Oder wir konzentrieren uns auf das Gehör und achten darauf, wie der Wald klingt.

Welche Übungen gehören noch zu einem Waldbaden-Tag?
Zum Beispiel das Barfußgehen auf dem Waldboden. Das entspannt den Fuß und den Körper. Auch Kreativität ist Teil des Programms, wenn wir sogenannte Waldbilder legen. Da hat sich Johannes sehr hervorgetan. Und dann Mikro-Makro.

Mikro-Makro? Das klingt spannend.
Ist es auch. Dabei geht es um den Perspektivwechsel weg vom großen Ganzen, hin zum kleinen Detail. Und schließlich bekommt am Ende jeder noch „Raum für sich“. Das heißt wir legen uns auf den Waldboden, lassen den Blick schweifen und den Tag Revue passieren.   

Nirgends gibt es schönere Wälder.

Kann eigentlich jeder waldbaden?
Wenn Johannes und Philipp das können, dann kann das wirklich jeder. (lacht). Nein, die waren beide super. Auf jeden Fall ist Waldbaden aber wirklich für jedermann und jederfrau geeignet. Vor allem hier bei uns in Thüringen. Nirgends gibt es schönere Wälder.

Das stimmt natürlich. Vielen Dank Alex, für das entspannte Gespräch.

Alexander Rödigers Top-Spots zum Waldbaden

Eigentlich braucht es nur einen Wald, schon kann man mit dem Waldbaden loslegen. Trotzdem gibt es Orte, an denen Alexander Rödiger ganz besonders entspannen kann. Uns verrät er seine drei Lieblingsspots.

Der Schlossberg (Oberhof)
Der Schlossberg ist nicht nur ein dichter Wald, er liegt auch noch ganz in der Nähe von Alexander Rödigers Heimat Oberhof. So kann der Weltmeister spontan in den Wald fahren und eine Partie (wald-)baden.

Der Hainich
Thüringens UNESCO-Weltnaturerbe Hainich ist ein Urwald mitten in Deutschland. Wo könnte man besser Waldbaden als in der ursprünglichen Natur?

Die Drachenschlucht (Eisenach)
Die Drachenschlucht liegt südlich von Eisenach im Naturschutzgebiet „Wälder mit Schluchten zwischen Wartburg und Hohe Sonne“. Neben dem dichten Wald fasziniert die Schlucht selbst, die an ihrer schmalsten Stelle gerade einmal 68 cm breit ist.