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E-Books: Aus Thüringen in die Welt

Rudolstadt ist trotz seiner gerade mal 25.000 Einwohner eine Weltstadt – jedenfalls wenn es um E-Books geht. Von hier aus schickt das Unternehmen Zeilenwert um Gründer Thorsten Schreiber Millionen digitale Bücher rund um den Globus.

Mit ihren Türmen und Giebeln sieht die Richtersche Villa im beschaulichen Rudolstadt aus wie ein Märchenschloss aus längst vergangenen Zeiten. Was hinter den mehr als 130 Jahre alten Wänden des Gebäudes entsteht, ist jedoch alles andere als von gestern. Denn dort sitzt eines der innovativsten und erfolgreichsten Start-ups Thüringens: Zeilenwert, der E-Book-Auslieferer mit dem deutschlandweit größten Titelbestand. Innerhalb weniger Jahre hat sich das Unternehmen zum deutschen Marktführer seiner Branche entwickelt. Dass Zeilenwert heute in Thüringen sitzt, ist dabei ausgerechnet der Überzeugungskraft eines Berliners zu verdanken.

Im Jahr 2000 kommt Gründer Thorsten Schreiber erstmals in den Freistaat, um seinen Vater zu besuchen, der dort beruflich zu tun hat. Sofort findet er Gefallen an Thüringen, an Landschaft und Leuten. Viele Male reist er in der Folge in den Freistaat, zu den Saalfelder Feengrotten etwa, auf den Rennsteig oder an den Hohenwarte-Stausee. Irgendwann verliebt Schreiber sich – in eine Thüringerin. Im Jahr 2006 zieht er nach Saalfeld. Unter der Woche arbeitet der selbstständige Unternehmer weiterhin als Berater in Berlin, wo er auch Kontakte in die IT-Branche knüpft. So kommt es, dass er im Jahr 2010 gemeinsam mit einigen Berliner IT-Gründern Appdreams an den Start bringt, ein Unternehmen, das Apps entwickelt und Bücher digitalisiert. Zwei Jahre später, im Mai 2012, wird daraus die Zeilenwert GmbH.

Rudolstadt statt Hauptstadt

Doch im von Start-ups überschwemmten Berlin erweist es sich als schwierig, Aufmerksamkeit zu bekommen und bezahlbare IT-Experten für das neue Unternehmen zu finden. Und weil Thorsten Schreiber ohnehin die Nase voll hat von der ewigen Pendelei zwischen Thüringen und der Hauptstadt, überredet er seine Mitgründer, mit Zeilenwert in den Freistaat umzuziehen. Ohnehin hat er zu dieser Zeit bereits zwei Thüringer Investoren für das Unternehmen gewonnen: BM-T, eine Tochter der Thüringer Aufbaubank, und den Ilmenauer Professor Karlheinz Brandenburg, einen der Erfinder des MP3-Audioformats. Diese Information in Verbindung mit den guten Bedingungen für Start-ups im Freistaat überzeugen schließlich auch Thorsten Schreibers Mitgründer, der Umsiedlung zuzustimmen. So zieht Zeilenwert noch im Jahr 2012 in das Rudolstädter Innovations- und Gründerzentrum, das jungen Unternehmen die Nutzung verschiedener Förderprogramme ermöglicht.

Die dringend benötigten Fachkräfte für ihr Unternehmen finden die Gründer vor Ort, und mithilfe des „Coming Home“-Programms des Thüringer Wirtschaftsministeriums gewinnen sie sogar eine nach Baden-Württemberg abgewanderte Thüringerin für den Rückzug in ihre alte Heimat. Im Jahr 2014 hat Zeilenwert so viele Mitarbeiter, dass die Räume im Rudolstädter Innovations- und Gründerzentrum nicht mehr ausreichen. Die Lösung für das Platzproblem liegt keine zwei Kilometer entfernt: Im Zentrum von Rudolstadt beziehen Thorsten Schreiber und sein Team neue Räume in der malerisch in einem kleinen Park gelegenen Richterschen Villa.

Vom Projekt unter Freunden zum Marktführer

Ein Jahr darauf ist Zeilenwert bereits so erfolgreich, dass es die Libreka GmbH aufkauft, einen weiteren E-Book-Dienstleister. Damit wird das Rudolstadter Unternehmen zum deutschen Marktführer in der Auslieferung von E-Books. Inzwischen arbeiten mehr als 20 Menschen für das Unternehmen, das einst in Berlin als Projekt unter Freunden begann. Von der Rudolstädter Villa aus bieten sie E-Books in aller Welt an: über vier Millionen Titel in 128 Sprachen und von 40.000 Verlagen gehören zum Portfolio von Zeilenwert.

„Thüringen war ein Glücksfall für mich – nicht nur im Privaten“, sagt Thorsten Schreiber heute. „Die Bedingungen, die wir hier als Start-up hatten, hätten wir in Berlin vergeblich gesucht. Und der Zusammenhalt der Menschen hier beeindruckt mich bis heute. Ich bin froh und dankbar, dass mich das Leben hierher verschlagen hat.“ 

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