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Ein Leben für die Loipe

„Hey, Eeerik!“ Bis ins Trainingszentrum kommt er gar nicht erst. Eine Traube neugieriger Kindergartenkinder fängt Erik Lesser vor der großen grünen Stahltür ab. Klar kennen ihn alle. Und er kennt sie alle. Bereitwillig stellt er sich den Fragen der Kids. In ihrem Alter stand der Biathlet schon längst auf den Brettern, die für ihn die Welt bedeuten: auf Langlaufskiern.

Das Sportgerät wurde ihm quasi in die Wiege gelegt. Von seinem Vorbild, Großvater Axel, der als Langläufer zwischen 1968 und 1976 dreimal an den Olympischen Spielen teilnahm. Hinzu kommt, dass man in der 2.000-Einwohner-Gemeinde an Biathlon, Rodeln & Co. einfach nicht vorbeikommt. Allein die imposante Sportinfrastruktur demonstriert an 365 Tagen im Jahr die Bedeutung des Wintersports. Dieser Ort lebt den Sport. Genau wie Erik Lesser. Klingt nach dem „perfect match“ – und ist es auch.

Der 1988 geborene Athlet steckt mitten in der Saisonvorbereitung. Es ist also Sommer, denn – so die Redensart – „jeder Wintersportler wird im Sommer gemacht.“ Genauer gesagt, zwischen Mai und November. Dann bestimmt ein strikter Trainingsplan das Leben: Montag bis Samstag wird zweimal am Tag trainiert, zweimal wöchentlich geht es zusätzlich in den Kraftraum. Ein Rhythmus, den Erik Lesser schon als Heranwachsender im Sportinternat verinnerlichte. Dieser Lebensabschnitt habe ihn menschlich sehr geprägt. Auch, was das Akzeptieren anderer und ihrer Freiräume angehe, gibt Lesser schmunzelnd zu Protokoll.

„Ich habe viele Fahrräder zu Hause und bin da wohl auch ein bisschen süchtig.“

Seine Freiräume findet der mehrfache Medaillengewinner vor allem auf dem Fahrrad, vom Rennrad bis zum Mountainbike. Auf den Trails auf der Nordseite des Thüringer Walds ist er besonders gern unterwegs. „Ich habe viele Fahrräder zu Hause und bin da wohl auch ein bisschen süchtig.“ Das Biken macht den Kopf frei – und die Kondition, die er als Profi in der Loipe braucht. Beim Joggen lässt er dafür anderen gern den Vortritt.

„Medaillen sind immer das große Ziel.“

Diese laut Lesser „weltweit einzigartige“ Kombination aus Top-Trainingsmöglichkeiten und Naturnähe ließ den gebürtigen Suhler zum überzeugten Oberhofer werden. Der Vater einer kleinen Tochter genießt es, alles fürs Familienleben im Ort vorzufinden. Er ist aber auch „heilfroh, nach 20 Metern im Wald zu sein und meine Ruhe zu haben.“ Auspowern und Kraft tanken liegen in Oberhof so nah beieinander wie das engste Fotofinish. Optimale Bedingungen also, um sich für sein nächstes großes Ziel in Top-Form zu bringen: Olympia 2022 in Peking. Dann will Erik nochmal angreifen. „Medaillen sind immer das große Ziel.“

Ein Jahr später wird es in Oberhof vorbei sein mit der Ruhe. 2023 finden dort gleich zwei Weltmeisterschaften statt: im Rodeln und in Eriks Disziplin, dem Biathlon. „Das wird für Fans und Athleten einmalig“, ist sich Erik sicher. „Der Ort platzt aus allen Nähten. Sportler aus allen Nationen begegnen sich schon morgens beim Joggen. Die Biathlon-WM-Strecke wird noch spektakulärer werden und dem Publikum ähnlich wie im Motorsport viele Tribünen und Sichtplätze bieten.“

Der aufgeweckte und meinungsstarke Athlet – mit seinem Sport-Buddy Arnd Peiffer produziert er den Podcast „Das Biathlon Doppelzimmer“ – blickt aber auch über das Mega-Event hinaus. Im Anschluss an seine aktive Karriere wird er sein Trainerdiplom machen und dem Nachwuchs mit Rat und Tat zur Seite stehen. Wie es einst sein Großvater bei ihm tat.

„Das Biathlon Doppelzimmer“ – der Podcast von Erik Lesser und Arnd Peiffer

Wer Lust auf mehr interessante Hintergrundinfos rund um das Thema Biathlon hat, wird im Podcast von Erik Lesser und Arnd Peiffer fündig. Gemeinsam mit interessanten Gästen geben sie einen Einblick in ihre Sportart - anhören kann man es hier.