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Thüringen N3 Andre Theiß

Ich bin ein Thüringer aus Idar-Oberstein

André Theiß kam des Jobs wegen aus dem Hunsrück nach Thüringen, bei N3 in Arnstadt wurden ihm einmalige Aufstiegsmöglichkeiten geboten. Der gelernte Fluggerätmechaniker führt inzwischen als Head of Component Repair ein Team von 170 Mitarbeitern. Nicht der einzige Grund, warum der Umzug in den Freistaat die richtige Entscheidung war.

„Das Gefährlichste am Fliegen ist übrigens die Fahrt zum Flughafen“, sagt André Theiß. „Im Vergleich mit allen anderen Verkehrsmitteln ist das Flugzeug nach wie vor das sicherste.“ Der Mann muss es wissen. Als Abteilungsleiter der Komponentenreparatur bei N3 Engine Overhaul Services in Arnstadt ist Theiß für die Instandhaltung von Flugzeugtriebwerken zuständig.

Seit 2007 werden bei dem Gemeinschaftsunternehmen der Lufthansa Technik AG und Rolls-Royce plc. die modernsten Triebwerkstypen des britischen Motorenherstellers überprüft, gewartet und repariert. André Theiß ist von Beginn an dabei. Der 35-Jährige stammt aus Idar-Oberstein im Hunsrück und ist seit seiner Kindheit von der Luftfahrt fasziniert. „In unserer Region lagen mehrere Luftwaffenstützpunkte und ein großer Truppenübungsplatz. Da gab es immer viel Flugbewegung am Himmel. Klar, dass ich als Kind Pilot werden wollte.“

Als Jugendlicher begann er mit dem Segelfliegen und blieb der Fliegerei treu, als er als Zeitsoldat zu den Heeresfliegern ging und dort die Ausbildung zum Fluggerätmechaniker machte.
 

N3 – Eine Erfolgsgeschichte für alle Beteiligten

Mit diesem Beruf bewarb sich André Theiß vor gut zehn Jahren bei dem frisch gegründeten Luftfahrtunternehmen N3. Seitdem ist viel passiert: Über 900 Triebwerke wurden bei N3 bisher überholt, die Mitarbeiterzahl hat sich weit mehr als verdoppelt, und aktuell ist der zehnte Jahrgang von Fluggerätmechanikern/innen der Fachrichtung Triebwerkstechnik in der Ausbildung. 

Mein Sohn ist eine echte Erfurter Puffbohne.

Auch im Leben von André Theiß ist einiges geschehen. In Thüringen hat er seine Frau kennengelernt und eine Familie gegründet. „Mein Sohn ist eine echte Erfurter Puffbohne“, sagt der junge Vater nicht ohne Stolz. So darf sich nur nennen, wer in Erfurt geboren ist.

Im Herzen ein Thüringer aus Erfurt

Seine Heimat sei zwar Idar-Oberstein, so der gebürtige Rheinland-Pfälzer, aber Erfurt sein Zuhause. Hier habe er sich sofort wohlgefühlt. „Wir haben jahrelang im Zentrum gelebt, mit dem Dom direkt vor der Haustür. Schöner kann man im Grunde gar nicht wohnen.“ Dem Sohn zuliebe sind sie inzwischen an den Stadtrand gezogen, weil es sich dort kindgerechter leben lässt. „Ganz aus Erfurt wegzuziehen kam für uns aber nie infrage.“

Außer nach New York vielleicht. „Von der Stadt sind wir beide echt total begeistert“, gibt er zu. So sehr, dass die beiden im Big Apple geheiratet haben. Zufälligerweise brachte sie ein Airbus der Lufthansa dorthin, dessen Motoren schon bei N3 in der Wartung waren. „Wenn man in diesem Geschäft ist, lässt sich das über das Flugzeugkennzeichen herausfinden“, so Theiß. „Es war wirklich ein schöner Zufall.“ 

Von der Werkshalle in die höhere Führungsebene

Nachdem er bei N3 sieben Jahre als Teamleiter in der Werkshalle tätig gewesen war, wechselte André Theiß 2013 als interner Trainer ins Qualitätsmanagement. Nicht die Lehrlinge waren seine Klientel, sondern die erfahrenen Kollegen. „Ein ganz wichtiges Element in einem Luftfahrtbetrieb wie dem unseren ist die Sicherheitskultur“, erklärt Theiß. „Sie ist das höchste Gut, und sie gilt es, kontinuierlich hochzuhalten und einzufordern.“

Jeder Mitarbeiter bekommt deshalb alle zwei Jahre eine sogenannte Human-Factors-Schulung. In der Luftfahrtindustrie werden darunter alle Umstände zusammengefasst, die einen Einfluss auf das Arbeitsergebnis des Mitarbeiters haben. Sei es im zwischenmenschlichen Bereich oder im Verhältnis Mensch und Maschine.

„Gleichzeitig müssen wir aber auch eine vernünftige Fehlerkultur haben. Der Mitarbeiter muss Missgeschicke zugeben und Unsicherheiten äußern können – ohne Konsequenzen zu fürchten. Denn damit steht und fällt die Sicherheit in der Luftfahrt.“ Andererseits darf diese Kultur auch nicht zu der Annahme verleiten, alles wäre erlaubt, solange man Fehler nur zugibt. André Theiß kommt als Führungskraft die Aufgabe zu, solche Situationen zu bewerten. Wichtig ist vor allem die Frage, was man daraus lernen kann, und Maßnahmen daraus abzuleiten, um das System immer sicherer zu machen.

Branchenfremde Fachkräfte sind gefragt

Herauszufinden, wie es zu einem Fehler kam und ob der Mitarbeiter das Risiko hätte erkennen können – dem geht Theiß mit großer Sorgfaltspflicht nach. Seine langjährige Erfahrung kommt ihm dabei zugute. Viele seiner Mitarbeiter kennt er noch aus den Anfangstagen von N3, hat mit ihnen in der Werkshalle geschraubt. Läuft er durch den „Shop“, wie es im Fachjargon heißt, dauert es meist länger als geplant.

Hier eine kurze Nachfrage, da eine längere Unterhaltung – Kommunikation ist ihm wichtig. 170 Angestellte arbeiten allein im Bereich Component Repair. Neben Triebwerkstechnikern auch viele Spezialisten aus dem Handwerk und der Industrie, zum Beispiel Schweißer, Zerspaner, Rissprüfer und Anlagenmechaniker. „Gerade für meine Abteilung suchen wir ganz gezielt Fachleute aus anderen Berufen.“ 

Ich war zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Sein eigener Werdegang, da ist sich André Theiß sicher, war für ihn so nur in Thüringen möglich. „Hätte ich mich damals gegen N3 und somit gegen Thüringen entschieden, wäre meine berufliche Entwicklung sicher nicht so schnell gegangen.“ Von Beginn an bei einem Unternehmen zu sein und mit ihm zu wachsen ist für ihn nach wie vor ein tolles Gefühl.

Der Mann, der als kleiner Junge Pilot werden wollte, ist am Boden geblieben. „Zu der Rolle, die ich mittlerweile innehabe, gehört auch eine gewisse Demut. Ich bin mir bewusst, dass ich schon etwas Glück hatte. Ich war einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort.“

Interessante Unternehmen in Thüringen - Das ist N3

Name: N3 Engine Overhaul Services GmbH & Co. KG
Adresse: Gerhard-Hoeltje-Straße 1, 99310 Arnstadt /Germany
Website: www.n3eos.com
Unternehmensart: Joint Venture der Lufthansa Technik AG und Rolls-Royce plc.
Geschäftszweck: Instandhaltung und Reparatur von Flugzeugtriebwerken und Einzelteilen
Betriebsstart: 05. April 2007
Mitarbeiter: 670 (Stand: Februar 2018)
Investition: 140 Millionen Euro (Stand: Dezember 2017)
Werkskapazität: 150 bis 200 Triebwerke pro Jahr
Ausbildungsberufe: Fluggerätmechaniker/in Fachrichtung Triebwerkstechnik, Fachkraft für Lagerlogistik
Auszubildende: 34 (Stand: Februar 2018)

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