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Kaffee gut, alles gut

Der Australier Sebastien Bouchard und die Deutsche Annika Schmidt lernen sich in Perth erst kennen und dann lieben. Die typische Down-Under-Lässigkeit bringen sie mit nach Erfurt, wo sie gemeinsam ein Café eröffnen. Die Geschichte eines Happy-Ends mit Umwegen.

Die australische Kaffeekultur kommt in einem Polizei-Mannschaftswagen nach Erfurt. Die Mission prangt in Weiß auf dem grünen Lack des umgebauten Fahrzeugs: „Fighting crimes against coffee!“ Am Steuer der Kaffeepolizist Sebastien Bouchard. Als der Australier am Wenigemarkt entlangfährt, winken ihm die Gäste an den Tischen der Restaurants zu, man kennt ihn. Neun Jahre zuvor hatte der Australier noch nie etwas von Thüringen oder Erfurt gehört. Nun lebt er hier und betreibt mit seiner Lebensgefährtin Annika Schmidt das Epitome, ein Café samt Rösterei.

Das zum Coffee Van umgebaute Einsatzfahrzeug für Märkte und Festivals wird seit gut einem Jahr seltener gebraucht. Im September 2017 eröffnete das Paar das eigene Café in der Erfurter Innenstadt. Und das an prominenter Adresse: am Fischmarkt, gegenüber dem historischen Rathaus. Bouchard erinnert sich gern an diesen Moment, dem eine lange Zeit des Unterwegsseins vorausging. Über 40 Jahre lebte er an verschiedenen Orten, in Australien, Montreal, London, Berlin. Nun ist er sesshaft geworden und rundum zufrieden – in Erfurt.

Eine neue Heimat in Thüringen

Zu verdanken hat er dies seiner Freundin. Auch Annika Schmidt hatte nicht mit Erfurt gerechnet. Nach ihrem Abitur in Finsterwalde wollte die Brandenburgerin unbedingt in Berlin studieren, bekam aber in Erfurt einen Studienplatz. Inzwischen ist sie glücklich darüber: „Es war eine richtig gute Zeit“, sagt sie.

Das große Glück fand sie nach dem Bachelor in Australien, wo sie ein Jahr herumreiste und jobbte, zuletzt in der Coffee Bar, einem Café, das Sebastien Bouchard gerade in seiner Heimatstadt Perth eröffnet hatte. Er bot ihr einen Job an, nach zehn Monaten waren die beiden ein Paar. Um bei ihm zu bleiben, wanderte sie ganz nach Down Under aus.

Die Idee: Ein Café mit australischer Lässigkeit

Schon dies wäre ein Happy End – doch dann haben die beiden die Idee, gemeinsam ein eigenes, gemütliches Café in Europa zu eröffnen. Tiefenentspannt australisch soll es werden, mit angeschlossener Rösterei. Vage dachten sie da an Berlin.

2016 wagen sie den Schritt. Im abgelegenen Berliner Stadtteil Kladow eröffnet das Paar ein kleines Café, das schon den Namen „Epitome“ trägt. Doch das stressige Großstadtleben ist nichts für die beiden. In dieser Zeit reisen Bouchard und Schmidt häufig nach Erfurt. Und finden die kleinere Stadt immer interessanter.

Großstadtstress und Mieterglück

Als sie dort im Mai 2017 mit ihrem Coffee Van ein Streetfood-Festival besuchen, verlieben sich die beiden vollends in Erfurt: begeisterte Gäste, entspannte Atmosphäre. Zunächst nur aus Spaß schaut Sebastien im Internet nach Gewerbestandorten. Am Erfurter Fischmarkt entdecken sie zufällig ein leeres Geschäft, eine Top-Adresse. Zu schön, um wahr zu sein, denken beide. Dennoch bekunden sie Interesse und vereinbaren: „Erhalten wir den Zuschlag, ziehen wir um.“

Annika ist im fünften Monat schwanger, als das Paar den Mietvertrag unterschreibt. Am 1. September öffnet ihr Epitome, im Oktober sind sie zu dritt. Tochter Elisha Vox kommt auf die Welt – als waschechte Erfurterin. Jetzt blickt die kleine Familie zufrieden auf ihr Unternehmen. Freundliche Gäste, die Tochter auf dem Arm, ein Stück Australien in Erfurt. „Wir haben gefunden, wonach wir so lange gesucht haben“, sagt Sebastien.

Die wichtigsten Kaffeesorten

Arabica: Anders als der Name vermuten lässt, wird Arabica-Kaffee hauptsächlich in Kolumbien und Brasilien angebaut, vereinzelt auch in Australien. Ursprünglich stammt er vermutlich aus Äthiopien. Diese Bohne braucht ein warmes Klima, gedeiht am besten in Höhen von rund 1.300 Metern und ist beliebt für ihr volles, kräftiges Aroma.

Robusta: Ein Drittel der weltweiten Kaffeeernte besteht aus Robusta-Bohnen, nur Arabica ist populärer. Wie der Name schon andeutet, ist diese Sorte recht widerstandsfähig. Sie wächst schon in geringen Höhen in Westafrika, Brasilien und Südostasien. Das Aroma ist etwas herber, was besonders in südeuropäischen Ländern gut ankommt.

Liberica: Liberica-Bohnen sind zäh und versprechen ertragreiche Ernten. Man findet sie vor allem im westafrikanischen Flachland und in Südostasien. Diese Sorte enthält meist weniger Zucker und Saft, dafür mehr Koffein. Daher zählt Liberica nicht zu den edelsten Sorten.

Maragogype: Eine Kreuzung aus Arabica und Liberica: Nach der brasilianischen Kleinstadt Maragojipe benannt, gilt dieser Kaffee als besonders säurearm und magenschonend. Das macht ihn bei Filterkaffeetrinkern beliebt.

Excelsa: Kaffee für Gourmets: Seit ihrer Entdeckung wird Excelsa nur im Tschad in Afrika angebaut. Die edle Bohne macht lediglich ein Prozent des Weltmarktes aus und gilt als rare Delikatesse. Ihr Geschmack ist ungewöhnlich erdig und kräftig.

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