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Neue Räume für virtuelle Träume

Junger Tüftler: Als Hans Elstner noch zur Schule ging, träumte er davon, am Computer eigene, kleine 3D-Welten zu erschaffen. Inzwischen ist aus dem Traum Realität geworden: Sein Jenaer Unternehmen rooom bietet einen virtuellen Showroom an, den jeder Nutzer nach eigener Vorstellung mit Leben füllen kann.

Hans Elstner verfolgt ein großes Ziel: Er will die Dinosaurier wieder zum Leben zu erwecken – zumindest in der digitalen Welt. Gemeinsam mit dem Jenaer Stadtforst plant der Gründer des Unternehmens rooom einen virtuellen Saurierpfad. Das Ziel: Wenn Besucher künftig den Stadtberg Jenzig besteigen, das Smartphone mit der rooom-App herausholen und auf einen bestimmten Punkt richten, sollen Tyrannosaurus Rex und Co auf dem Bildschirm erscheinen.

Ein Blick in die Urgeschichte der Welt – dank der technischen Mittel der Gegenwart. Von diesen ist Elstner schon seit Kindertagen fasziniert. Als 12-Jähriger ist er ein leidenschaftlicher Tüftler: Während seine Mitschüler Computerspiele zocken, beginnt er aufwendige, dreidimensionale Objekte zu programmieren. Er stellt sich vor, wie es wäre, wenn sich diese bewegen könnten – und träumt davon, den Pixeln auf dem Bildschirm selbst Leben einzuhauchen.

Marktlücke erkannt und geschlossen

Während seiner Schulzeit sammelt Elstner praktische Erfahrungen im klassischen Computergeschäft und betreut die Rechner kleiner und mittelständischer Unternehmen. Anschließend studiert er Internet Business Engineering in Jena. Als er seinen Abschluss in den Händen hält, besinnt sich Elstner auf sein frühes Faible für die 3D-Welt und gründet erneut ein eigenes Unternehmen.

Seine zentrale Geschäftsidee entsteht vor ungefähr sechs Jahren, als ein Kunde ihn nach einer 3D-Anwendung auf dem Computer fragt. Diese sind damals teuer und nur auf eine bestimmte Situation festgelegt. Elstner erkennt sofort das enorme Potenzial der Marktlücke. „Ich wollte eine einfache Plattform entwickeln, die jeder nutzen kann.“

Neuester Trend: Augmented Reality

Also entwickelt er einen digitalen Showroom, den der Nutzer individuell nach seinen Bedürfnissen einrichten kann. Konkret sieht das so aus: Nach der Anmeldung befindet sich der Nutzer in einem leeren Raum. Hier muss er sich entscheiden ­– welche Möbel stehen im Zimmer, welche Accessoires liegen auf dem Tisch und welche Bilder hängen an den Wänden? Danach kann er andere Personen einladen: Freunde, Kollegen Geschäftspartner. Die Kundschaft von rooom ist dementsprechend vielfältig. Unternehmen präsentieren Geschäftspartnern ihre Produkte im virtuellen Shop, Privatleute verabreden sich zum Netzwerken, und Museen bieten ihren Besuchern die Möglichkeit, durch virtuelle Galerien zu laufen.

Der digitale Showroom kann dabei aber nicht nur, was die Einrichtung angeht, unterschiedlich gestaltet werden, sondern auch in technischer Hinsicht: zweidimensional, dreidimensional oder virtuell. Entsprechend verändern sich die Möglichkeiten, mit den Objekten im Raum zu interagieren: Im einen Raum kann der Nutzer sich die Produkte nur ansehen, im nächsten diese von verschiedenen Seiten und im Detail betrachten, und im übernächsten in komplett virtuelle Welten eintauchen. In der modernsten Variante ist es dank Augmented-Reality-Technik sogar möglich, Tische oder Stühle mit ein paar Klicks in ihr eigenes Wohnzimmer zu stellen – und damit noch vor dem Kauf zu überprüfen, ob das neue Möbelstück tatsächlich in die eigenen vier Wände passt.

Von Smarthome bis Kleinanzeigen: Der Markt ist groß

Riesige Rechenkapazitäten oder eine Extra-Software werden dafür nicht benötigt. „Wir wollen, dass rooom mit einem Webbrowser funktioniert und auch mit älteren Handys genutzt werden kann“, sagt Elstner. Bis heute ist die leichte Zugänglichkeit ein entscheidender Wettbewerbsvorteil gegenüber Konkurrenten: Es gibt aktuell zwar einige Agenturen, die maßgeschneiderte Lösungen für die virtuelle Realität oder 3D-Anwendungen bieten, aber keine sonstige Plattform, die für alle gleichermaßen offen ist.

Ich wollte eine Plattform entwickeln, die jeder nutzen kann.

Aus dem Thüringer Ein-Mann-Unternehmen ist mittlerweile ein Entwickler-Trio geworden: Neben dem Mediendesigner Hendrik Lober ist seit Sommer vergangenen Jahres auch Hans Elstners Bruder Peter mit an Bord. Die Verstärkung ist notwendig: Smarthome-Firmen sind ebenso an rooom interessiert wie die Klassik-Stiftung Weimar, die nach neuen Wegen sucht, um ihre Ausstellungen ins digitale Zeitalter zu bringen. Auch der Kleinanzeigenmarkt erscheint Gründer Elstner als attraktives Geschäftsgebiet. Darüber hinaus tauscht er sich regelmäßig mit Firmen aus, die ihre Mitarbeiter in den virtuellen Räumen weiterbilden wollen.

Die Innovationskraft des Unternehmens zahlt sich aber nicht nur auf dem Markt aus. Rooom hat bereits mehrere Preise erhalten: So gewann es den Investoren- und Publikumspreis bei den Investor Days Thüringen, war Sieger beim 10. Investforum Pitch-Day und konnte bei der Gründerkonferenz StartupCon eine Trophäe mit nach Hause nehmen. Ein zusätzlicher Ansporn für Hans Elstner und sein Team, der virtuellen Zukunft die notwendigen Räume zu schaffen. 

rooom AG

Buchaer Straße 6
07745 Jena
Link: https://www.rooom.com/
Email: info(at)rooom.com

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