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Uniquestyler-Gründerin Kristiina Oelsner in ihrem Erfurter Atelier
Das Erfurter Atelier ist die kreative Zentrale von uniqueStyler-Gründerin Kristiina Oelsner.

uniqueStyler: Ein Modeunternehmen aus Erfurt startet durch

Kristiina Oelsner hat sich in Thüringen einen Kindheitstraum erfüllt: Vor drei Jahren wagte sie mit einem Onlineshop für selbstdesignte Kleider den Schritt in die Selbständigkeit. Erfurt hat sich für die gebürtige Estin dabei als guter Ort zum Gründen erwiesen.

Die ersten Kleider entwarf Kristiina Oelsner in ihrem Kinderzimmer. Ging sie damals, als sie noch in ihrer Heimatstadt Tallinn lebte, auf Modenschauen, träumte sie davon, dass Models eines Tages ihre Kollektionen präsentieren. „Ich habe mich schon immer für Mode und Schneidern begeistert“, erzählt die blonde Frau mit den stechend grünen Augen in ihrem Erfurter Atelier. Dicht behangene Kleiderstangen, eine Schneiderbüste und eine Couch, auf der sonst die Kundinnen sitzen, füllen das kleine Zimmer. Unter der Dachschräge steht ein alter Holzschreibtisch – Oelsners Arbeitsplatz. Von hier aus steuert die 35-Jährige ihr Unternehmen uniqueStyler. In dem Onlineshop können Frauen mithilfe eines 3D-Konfigurators individuelle Kleider designen, die dann nach Maß und von Hand gefertigt werden. In ihrem Erfurter Atelier berät Oelsner auch ihre Kundinnen und passt die fertigen Kleider an, bis sie perfekt sitzen.

Mit Mut zum Erfolg

Seit 2008 lebt Oelsner in Thüringen. Nach dem Wirtschaftsstudium arbeitete sie zunächst im Hochschulmarketing an der FH Schmalkalden und später an der Universität Erfurt. „Als ich vor drei Jahren in Elternzeit war, hatte ich viel Zeit zum Überlegen. Ich wollte gern in der Modebranche arbeiten und habe die Idee zu uniqueStyler entwickelt. Dann habe ich all meinen Mut zusammengenommen und mich für die Selbständigkeit entschieden“, sagt die zweifache Mutter. Mit Erfolg: Im Frühjahr 2018 erhielt Oelsner den Thüringer Innovationspreis „Zukunft Handel“. „Danach gab es eine Menge Publicity und ich habe viele neue Kunden gewonnen“, erzählt die Gründerin. Sogar der 3D-Kleider-Konfigurator, den Ehemann und Software-Entwickler Ricardo programmiert hat, ist inzwischen ein eigenes Produkt geworden, das Oelsner schon bis nach Spanien verkauft hat.

Unter anderem an Floh-Seligenthal liegt es, dass Oelsner ihr Unternehmen in Erfurt und nicht in ihrer Heimatstadt Tallinn gegründet hat. In dem Örtchen bei Schmalkalden arbeitete sie im Jahr 2003 im Rahmen des Europäischen Freiwilligendienstes und entdeckte dabei den Freistaat – wenn auch mit Anlaufschwierigkeiten. „Ich kam aus Tallinn, einer Großstadt, und war plötzlich in einem Dorf mit Kühen und allen möglichen anderen Tieren. Das war anfangs ein richtiger Kulturschock“, sagt sie und lächelt. Aber im Laufe der Zeit lernte Oelsner Deutsch und verliebte sich so sehr in Thüringens Landschaft, die Menschen und die Kultur, dass sie 2008 zurück in den Freistaat kam, um an der FH Schmalkalden einen Masterstudiengang in International Business and Economics zu absolvieren. „In dieser Zeit ist mir zum ersten Mal bewusst geworden, dass ich mich in Thüringen zu Hause fühle, dass das hier meins ist“, erzählt Oelsner. 2011 zog sie nach Erfurt. Dort lebt sie heute gemeinsam mit Ehemann Ricardo, der fünfjährigen Tochter und dem dreijährigen Sohn in dem Haus, in dem sich auch ihr Atelier befindet.

Reger Austausch in der Gründerszene

An der Landeshauptstadt schätzt Oelsner vor allem die Unterstützung der Behörden und die engen Kontakte zu anderen Selbständigen. So hat sie über das Mentoring-Programm des Thüringer Zentrums für Existenzgründungen und Unternehmertum (ThEx) Alexander Mock kennengelernt, der in Erfurt mehrere Bekleidungsgeschäfte betreibt. Gerade am Anfang hatte ihr Mentor viele wertvolle Tipps für sie, sagt Oelsner. Noch heute trifft sie sich regelmäßig mit ihm, etwa um gemeinsame Werbeaktionen zu organisieren. „Mittlerweile kenne ich fast jeden in der Erfurter Gründerszene. Es ist toll, dass man sich hier gegenseitig so gut unterstützt und gemeinsam etwas schafft“, sagt Oelsner. „Gleichzeitig ist Erfurt eine wunderschöne Stadt. Ich mag vor allem die Altstadt, sie erinnert mich an meine Heimat Tallinn.“ 

Demnächst will sie in Erfurt eine eigene Schneiderin beschäftigen und mit Uniquestyler ein größeres Atelier im Erdgeschoss des Hauses beziehen. Dort, wo sie bald ihre Kundinnen empfangen wird, hängen noch Kabel aus den kahlen Wänden. Zementsäcke und eine Werkzeugkiste liegen auf dem Boden, in der Ecke steht eine Leiter. Doch schon heute strahlt Oelsner vor Vorfreude, wenn sie über die Baustelle führt und erklärt, was eines Tages wo stehen soll. Einziehen würde sie „am liebsten sofort“. Ihre Pläne passen schon längst nicht mehr in das kleine Dachgeschossatelier.

uniqueStyler

Herderstraße 41a

99096 Erfurt

www.uniquestyler.de

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