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Wir sind Thüringer aus Würzburg

Lehrer gesucht, Heimat gefunden

Sophia Nürnberger ist Gymnasiallehrerin in Ruhla, ihr Ehemann Tobias Kellner unterrichtet in Bad Salzungen. Das junge Ehepaar hat sich bewusst für Thüringen entschieden – hier können die beiden Lehrer Beruf und Privatleben perfekt miteinander vereinbaren.

Montag, 9:25 Uhr: Am Albert-Schweitzer-Gymnasium in Ruhla klingelt es zur großen Pause. Scharen von Schülern strömen aus dem Gebäude, der Schulhof ist von Kinderstimmen erfüllt. Mittendrin: Sophia Nürnberger. Die Klassenlehrerin der 6c führt heute Aufsicht, beantwortet Fragen von Schülern und schlichtet bei kleinen Streitereien.

Einige Zeit später läutet wieder die Glocke, dieses Mal zum Unterricht. In kurzer Zeit leert sich der Schulhof. „Möchte jemand einen Kaffee?“ fragt Nürnberger in die Runde und lächelt. Die 29-Jährige stammt aus dem benachbarten Bad Salzungen, jeden Tag fährt sie ungefähr 20 Kilometer zur Arbeit. Für ihre Entscheidung, als Lehrerin im Wartburgkreis zu arbeiten, gab es mehrere Gründe: Zum einen lockte die Aussicht auf eine Verbeamtung mit hoher Jobsicherheit und guten Verdienstmöglichkeiten. Zum anderen das Leben auf dem Land: „Ich bin kein Großstadtmensch“, sagt Nürnberger. „Für mich war klar, dass ich auf jeden Fall in einer ländlichen Gegend wohnen und arbeiten möchte.“

Mehr als ein Job: Sophia Nürnberger ist Lehrerin mit Leib und Seele

Der Lehrerin für Deutsch, Sozialkunde und Ethik ist eine familiäre, vertraute Umgebung sehr wichtig – auch am Arbeitsplatz. „Man steht sich nahe im Lehrerkollegium“, sagt sie. „Außerdem wird der Schule auf dem Land ein hoher Stellenwert beigemessen, und ich stehe in gutem Kontakt mit vielen Eltern.“ Lehrersein, das ist für Nürnberger nicht nur ein Job: „Das Schulleben, mit seinen Festen und Veranstaltungen, ist für mich unverzichtbar.“

In Thüringen kann man sich als junges Paar etwas aufbauen, ohne sich bis ans Lebensende verschulden zu müssen.

Beeindruckt war sie von der offenen Art, mit der sie am Gymnasium aufgenommen wurde. „Die Schulleitung hat sich hier von Anfang an sehr für mich eingesetzt, und auch das Schulamt war sehr hilfsbereit.“ Der Mann, der sie einst an seine Schule geholt hat, heißt Denny Jahn. Junge, gut ausgebildete Lehrkräfte sind rar – der Schulleiter des Albert-Schweitzer-Gymnasiums weiß daher, was er an Pädagoginnen wie Nürnberger hat. „Vor allem in den sogenannten MINT-Fächern ist der Lehrermangel am Größten, und das vor allem an den Grund- und Regelschulen“, sagt Jahn.

Einen wichtigen Schritt sieht er darin, dass Thüringen im Sommer 2017 die Verbeamtung für über 500 bereits angestellte Kollegen und alle neu zu besetzenden Stellen wiedereingeführt hat: „Das ist ein wichtiger Anreiz, um gut qualifizierte Lehrer anzusprechen“, erklärt der Schulleiter. „Jetzt ist die beste Zeit, um in Thüringen als Lehrer eine Anstellung zu finden.“ 

Günstige Lebensbedingungen, hohe Lebensqualität

Nach Schulschluss fährt Nürnberger mit dem Auto nach Bad Salzungen. Dort arbeitet ihr Ehemann Tobias Kellner, ebenfalls Lehrer. Zugleich wohnt das junge Ehepaar hier. Kennengelernt haben sie sich während des Studiums in Würzburg, die Entscheidung für Thüringen fällten sie gemeinsam. „Meinem Mann und mir war es wichtig, uns beruflich verwirklichen zu können“, erklärt Nürnberger, während man durch die Fensterscheiben ihres Wagens die Tannen des Thüringer Waldes sieht. „Außerdem wollten wir eine Familie gründen. Daher war es entscheidend, einen Ort zu finden, an dem wir zusammenleben können, ohne allzu lange pendeln zu müssen.“ 

Auch die günstigen Miet- und Immobilienpreise spielten eine wichtige Rolle: „Schon aus Gründen der Lebensqualität und natürlich auch im Hinblick auf die Altersvorsorge“, sagt Nürnberger. „In Thüringen kann man sich als junges Paar etwas aufbauen, ohne sich bis ans Lebensende verschulden zu müssen.“ Und eine Familie versorgen: „Wir haben Zwillingsmädchen“, sagt Nürnberger lächelnd.

Während ihre Eltern arbeiten, gehen die beiden Fünfjährigen in den Kindergarten. Für das junge Familienglück bietet Thüringen in der Kinderbetreuung maximale Freiräume. Viele Kitas öffnen morgens um sieben Uhr, einige sogar bereits um sechs. Nachmittagsbetreuungen bis 17 Uhr und flexible Abholzeiten entlasten junge Eltern zusätzlich. „Unsere Töchter sind bis 15 Uhr im Kindergarten“, sagt Nürnberger. Die Suche nach einem Kita-Platz verlief problemlos. Auch jahrelange Wartelisten sind der jungen Mutter nicht untergekommen. „Nicht hier  in unserer ländlichen Gegend“, fügt sie hinzu.

Perfekte Umgebung für Kinder

Mittlerweile ist Nürnberger am Dr. Sulzberger-Gymnasium angekommen. Auch hier ist der Schultag zu Ende. Im Schulgebäude steht Tobias Kellner, der gerade noch ein paar Worte mit einigen seiner Schüler wechselt. Dann ist für den 34-Jährigen ebenfalls Feierabend. „Na, mein Englischlehrer, are you hungry?“, fragt ihn seine Frau zur Begrüßung. „Indeed, I am!“, antwortet Kellner, der neben Englisch auch Sozialkunde und Ethik unterrichtet. 

Dass ich mich hier schnell heimisch gefühlt habe, liegt vor allem an der ungezwungenen, humorvollen Art der Menschen.

Also fahren die beiden zu dem denkmalgeschützten Gelände des Bad Salzunger Gradierwerks, wo sich ein Restaurant befindet. Auf dem Weg liegt der malerische Burgsee. Eine echte Idylle. Kellner kommt ursprünglich aus Hannover – was ist für den Neu-Thüringer typisch an seinem Wahlwohnort? Kellner überlegt. „Natürlich genieße ich all die kulinarischen Spezialitäten, auf die man hier sehr stolz ist.“ Am Wichtigsten ist ihm jedoch etwas Anderes: „Dass ich mich hier schnell heimisch gefühlt habe, liegt vor allem an der ungezwungenen, humorvollen Art der Menschen.“ 

Nicht zuletzt spielt die Kinderfreundlichkeit in der Region eine wichtige Rolle für das junge Ehepaar. „Das Leben ist hier stark auf Familien mit Kindern ausgerichtet, und es besteht eine besondere Nähe zur Natur. Das Freizeitangebot, besonders für die Kleinen, ist in unserer Gegend groß“, sagt Kellner, während er im Restaurant die Speisekarte studiert. Seine Frau nickt und sagt: „Man kann hier Wandern und Radfahren, Rodeln und Skilaufen. Es gibt einen kleinen Tierpark und viele Spielplätze. Außerdem wird alles gefeiert – ob Kirmes, Fasching oder Laternenumzug.“

Und während die beiden auf ihr Essen warten, fügt Tobias Kellner noch hinzu: „Wie man hier auf die Kinder zugeht, mit ihnen scherzt und sie als eigene Personen wahrnimmt, finde ich großartig. Deswegen ist für mich klar: In so einer Umgebung sollen unsere Kinder aufwachsen.“ 

 

Aktuelle Infos des Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport finden Sie hier.

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