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Strom nach Bedarf

Am Abend des 4. November 2006 saßen 15 Millionen Europäer anderthalb Stunden im Dunkeln. Ein Energieunternehmen hatte an der Ems eine Hochspannungsleitung ausgeschaltet, um ein Kreuzfahrtschiff auf die Nordsee zu lassen. Daraufhin überflutete der Strom aus dieser Leitung Netze in mehreren Ländern – Stromausfall. Nicht betroffen war der deutsche Osten, weil in Goldisthal bei Sonneberg rechtzeitig eine „Sicherung“ ansprang: das größte Pumpspeicherwerk Deutschlands. Die Funktionsweise ist relativ simpel. Auf einem Berg liegt ein Becken, das ungefähr so viel Wasser fasst wie zehn olympische Schwimmhallen. Von hier führen Rohre in ein unterirdisches zweites Becken. Wenn im Netz mehr Strom verfügbar ist als nötig, pumpen Turbinen Wasser nach oben. Mangelt es an Energie, rauscht das Wasser gut 300 Meter in die Tiefe und erzeugt Strom. Als an jenem Novemberabend die Stromlawine aus dem Norden heranrollte, stellten die Thüringer Techniker ihre Turbinen auf Pumpbetrieb und verhinderten so, dass der Stromausfall auf Osteuropa übergriff.

Derzeit gibt es neben Goldisthal vier weitere Pumpspeicherwerke in Thüringen: Hohenwarte I und II, Bleiloch und Wisenta. Und es könnten mehr werden, denn mit der Energiewende nimmt der Bedarf zu, überschüssigen Strom aufzunehmen. Er entsteht zum Beispiel, wenn es anhaltend stürmt. Derzeit müssen Windräder ausgerechnet an solchen Tagen häufig abgeschaltet werden, um die Netze zu schützen. Eine genauso launische Energiequelle wie der Wind ist die Sonne. Sie scheint nicht nach Bedarf. Pumpspeicher können dazu beitragen, mehr Energie aus erneuerbaren Quellen zu nutzen. Klar ist aber auch: Solche Anlagen verändern die Landschaft, und deshalb werden Bürger und Naturschutzinitiativen natürlich in die Planung einbezogen.

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