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Urknall rückwärts

Dem Higgs-Teilchen auf der Spur

Vor einem halben Jahrhundert stellte der englische Physiker Peter Higgs eine These auf: Neben den bereits bekannten Elementarteilchen, aus denen Atome bestehen, muss es ein weiteres geben. Doch erst 2012 gelang es der Europäischen Organisation für Kernforschung (CERN), das nach Higgs benannte Teilchen tatsächlich nachzuweisen. Eine Sensation, zu der Technik aus Erfurt beigetragen hat. Ingenieure der CiS Forschungsinstitut für Mikrosensorik und Photovoltaik GmbH entwickeln Siliziumdetektoren, die die Spuren rasend schneller Teilchen messen. Zum Team gehört Ralf Röder.

Herr Röder, was macht das Higgs-Teilchen so besonders?
Das Higgs-Teilchen galt lange als das fehlende Stück in einem komplexen Puzzle. Seine Existenz hilft zu klären, wieso die Dinge eine Masse haben und wieso physikalische Körper einander anziehen. Ohne das Higgs-Teilchen gäbe es keine Sterne und keine Planeten und damit auch kein Leben.
 

Worin bestand die Aufgabe Ihres Instituts?
Die CERN hat gigantische Anlagen errichtet, um Teilchen nahezu auf Lichtgeschwindigkeit zu beschleunigen. Was darin geschieht, ist so etwas wie der Urknall rückwärts. Elementarteilchen kollidieren, zerfallen und hinterlassen Spuren. Unsere Siliziumdetektoren zeichnen diese Spuren auf, was auf die Verursacher rückschließen lässt. Unsere Messeinheiten sind dünn wie Visitenkarten, zugleich aber robust genug, um den enormen Belastungen im Inneren der Anlagen standzuhalten. Außer uns gibt es weltweit nur eine Handvoll Unternehmen, die ähnliche Produkte herstellen.

Lassen sich Ihre Detektoren auch anderweitig einsetzen?
Unmittelbar sicher nicht. Hochtechnologische Forschung hat aber oft den Vorteil, dass sie die Entwicklung praktischer Anwendungen anstößt oder beschleunigt. Unsere Detektoren können in abgewandelter Form beispielsweise in der Medizintechnik nützlich sein.

Mehr zur CiS Forschungsinstitut für Mikrosensorik GmbH unter: www.cismst.org

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