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Thüringen Bauhaus Mies van der Rohe
Einblick in den Ausstellungsberich „Mies van der Rohe“, Foto: Andrew Alberts, © Heike Kanada laboratory of art and architecture 2019

100 Jahre Bauhaus – 1 Museum

Nichts weniger als unser Zusammenleben neu definieren wollte Walter Gropius, als er am 6. April 1919 in Weimar die Kunst- und Architekturschule Bauhaus gründete. Und trotz heftigem Widerstand aus konservativen und reaktionären Kreisen setzten sich die in Thüringen geformten Ideen zu Gestaltung, Kunst und Pädagogik in weiten Teilen der Welt durch.

Heute bedeutet Bauhaus weit mehr als die Erinnerung an eine Kunstschule, die Anfang des 20. Jahrhunderts für gerade mal 14 Jahre existierte. Ideen, Design und Architektur leben bis heute weiter. Ob in Rio de Janeiro, Chicago oder Tel Aviv – überall hat das Bauhaus Spuren hinterlassen. Doch wer wirklich verstehen will, was das Bauhaus so faszinierend und zeitlos macht, der muss nach Thüringen reisen.

In Weimar nahm die Geschichte der Kunstschule ihren Anfang. In einem funktionalen Bau von Henry van de Velde, der heute die Bauhaus-Universität beheimatet, die Studenten aus aller Welt wie magisch anzieht. Auch damals kamen zahlreiche nationale und internationale Künstler und Architekten als – Meister genannte – Lehrkräfte nach Weimar, darunter Wassily Kandinsky, Oskar Schlemmer und Lyonel Feininger. Zusammen mit ihren Schülern – fast die Hälfte von ihnen Frauen – experimentierten, feierten und provozierten sie. Und sie schufen Großes.

Ihre Arbeiten haben inzwischen ein neues Zuhause gefunden, das 2019 eröffnete Bauhaus-Museum Weimar. Der eindrucksvolle Kubus ist nicht nur ein Ort der Erinnerung, der die älteste Sammlung von Bauhaus-Exponaten weltweit beherbergt, von der Wagenfeld- Lampe bis zu Peter Kelers Wiege. Hier wird auch Gropius’ programmatische Frage „Wie wollen wir zusammenleben?“ für unsere Zeit immer wieder neu beantwortet.

Eine Antwort darauf liefern auch drei spektakuläre Wohnhäuser aus den Zwanzigerjahren: Das „Haus Am Horn“ in Weimar sowie in Jena die Häuser „Zuckerkandl“ und „Auerbach“. Mit ihrer klaren Formensprache sind alle drei Schmuckstücke der Moderne, die bis heute als Vorbilder für Neubauten dienen. Zahlreiche Beispiele für die Innovationskraft der Moderne in Thüringen lassen sich in Gera finden, der Stadt mit den meisten Baudenkmälern aus der Zeit des Bauhauses. Viele von ihnen stammen vom Architekten Thilo Schoder, einem der bedeutendsten Vertreter des Neuen Bauens.

Übrigens kann man in Thüringen auch im Bauhaus übernachten: Nach aufwendiger Sanierung öffnete 2005 das Hotel „Haus des Volkes“ in Probstzella seine Pforten wieder. Während beim Blick von außen nur der Schriftzug typisch Bauhaus ist, wird innen die Handschrift der Bauhäusler offensichtlich. Von den Möbeln bis zur Farbgestaltung der Wände: Im „Haus des Volkes“ können die Gäste sich für ein paar Stunden der Illusion hingeben, wieder in den Zwanzigerjahren zu leben.

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