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Ab in die Mitte!

Mehrgenerationenprojekte und Sanierungsinitiativen: Wie immer mehr Menschen neue Wege zum perfekten Heim finden – und wieso Mittelstädte dabei der Immobilien-Geheimtipp sind. 

Das perfekte Haus liegt neben einer saftigen Wiese. Von hier aus kann man direkt in den Wald radeln, aber auch per Straßenbahn schnell zur Arztpraxis in der Innenstadt fahren. Innen ist das Haus modern und genau auf die Familie zugeschnitten.

So wünschen sich die meisten Deutschen ihr Zuhause. Und viele davon sehen sich auch gleich als Eigentümer des perfekten Wohntraums: 90 Prozent der jungen Erwachsenen wollen, laut einer Umfrage der Unternehmensberatung Ernst & Young, eine Eigentumswohnung oder ein eigenes Haus kaufen.

Das Glück liegt auf der Wiese

Das perfekte Heim finden sie dabei immer häufiger auf dem Land. Der jährlich in einer großen Umfrage der Deutschen Post erhobene Glücksatlas listet auf, in welcher Region die Menschen am zufriedensten sind. Angeführt wird die Liste zum fünften Mal in Folge vom ländlich geprägten Flächenland Schleswig-Holstein. Die zufriedensten Menschen im Osten Deutschlands leben in Thüringen.

Für das Leben auf dem Land spricht in jedem Fall der Preis. 242.000 Euro zahlen die Deutschen durchschnittlich für eine Immobilie – dafür bekommen sie je nach Region etwas völlig anderes. In München gibt es mit Ach und Krach eine 44-Quadratmeter-Wohnung, in Berlin kann man immerhin 98 Quadratmeter beziehen. Wer die Summe in Erfurt investiert, bekommt ein eigenes Haus mit 149 Quadratmetern.

Einziehen und dann jahrzehntelang die Schulden abbezahlen? Das will dabei natürlich keiner. Auch hier sieht es für Münchner bitter aus: In der bayerischen Metropole werden 13 durchschnittliche Jahresnettoeinkommen benötigt, um ein Haus abzubezahlen. Ein Bürger des Wartburgkreises muss dafür nicht einmal vier Jahre arbeiten. Und wenn ich miete? Eine Dreizimmerwohnung in guter Lage in den Großstädten Erfurt oder Jena kostet den Mieter die Hälfte im Vergleich zu einer ähnlichen Münchner Wohnung.

Welche Stadt darf es bitte sein?

Großstädte wie Erfurt mit über 200.000 und Jena mit mehr als 100.000 Einwohnern unterbieten also ihre Konkurrenz im Westen um Längen, wenn es um den Einkaufspreis geht. Was jedoch, wenn man näher am Grünen sein will, aber auch schnell ins Stadtzentrum möchte?

Dann schlägt die Stunde der Mittelstädte mit Einwohnerzahlen um die 50.000 wie zum Beispiel Weimar. Wer entschleunigen will, aber trotzdem Wert legt auf gute Freizeitmöglichkeiten, Kinderbetreuung und Shopping, der ist hier richtig. Mieten und Baupreise sind vergleichsweise niedrig.

Warum lieber in der Stadt oder auf dem Land gelebt wird.

Quelle: Social Trends Wohnen und Leben, April 2013 (Angaben in %)

Dass sich immer mehr Menschen für diese Art des Wohnens entscheiden, liegt auch an Projekten wie GENIAL zentral. Die Aktion fördert die innovative Entwicklung von innerstädtischen Brachflächen in Thüringen, die vor allem in Mittelstädten wie Eisenach, Gotha oder Ilmenau enormes Potenzial bieten.

Ungeklärte Besitzverhältnisse in den 90ern, die Ansiedlung von Großmärkten auf der grünen Wiese und der Verlust von Arbeitgebern ließen Flächen entstehen, die jetzt dank kreativer Ideen neue Chancen für Bauherren liefern.

Die Initiative hat bereits 78 Projekte erfolgreich angestoßen. Oft scheiterten Bauvorhaben in den Innenstädten an höheren Grundstückspreisen oder Altlastenproblemen. Die Initiative unterstützt die Städte dabei, diese Erschließungskosten zu decken und so für Privatinvestoren interessante Projekte anzuschieben.

Zusammen anpacken und wohnen

Aber auch kreative Lösungen normaler Bürger greifen in den Mittelstädten. So etwa das Projekt Ro70 eG in Weimar. Das alte Hufeland-Krankenhaus, gebaut in den 1930er-Jahren, stand 18 Jahre lang leer. 200 Menschen haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Anlage zu renovieren und in ein spannendes Wohnprojekt zu verwandeln, in dem sich Jung und Alt treffen.

„Wir sind eine Genossenschaft, das heißt, die Bewohner legen Anteile ein und erwerben damit ein Wohnrecht“, sagt Vorstand Michael März. „Für diese Rechtsform haben wir uns entschieden, weil es die urdemokratischste Alternative ist.“ Egal wie viel jeder der Beteiligten angelegt hat, jedes Mitglied hat eine Stimme bei Entscheidungen der Genossenschaft. Es lohnt sich, aktiv mitzumachen, auch wenn das kein Zwang ist, wie März betont: „Wir sind ja keine Kommune.“

Konzept mit Zukunft – das Mehrgenerationenhaus

Alle relevanten Punkte – vom Schnitt der Wohneinheiten bis zum Ausbau der Gärten – entscheidet die Gemeinschaft und setzt sie zusammen um. Das Spannende an dem Projekt: „Wir haben einen guten Mix mit Menschen aus verschiedenen Lebensabschnitten, Familien, Singles, Senioren und eine Behinderten-Lebensgruppe.“ März suchte mit seiner Frau eine Wohnung, als er auf einem Flohmarkt den Stand von Ro70 sah. Er ist zufrieden mit dem Fortschritt des Projekts: „Das Dach ist schon drauf, die Fassade ist da, im Spätsommer sollen die ersten Bewohner einziehen.“

Der erfolgreiche Umbau der Klinik in Weimar zu einem Mehrgenerationenhaus entspricht durchaus den Idealvorstellungen deutscher Immobilienkäufer: Es liegt nahe an der Natur, aber auch das Stadtzentrum ist gut zu erreichen. Dazu gibt’s günstige Preise. Und viel Platz auf 25.000 Quadratmeter Grundfläche. Das perfekte Haus, das sich so viele wünschen, hier wurde es Realität.

 

Urheber: FAZ

Den Originalbeitrag finden Sie unter www.faz.net

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