Ihre Entscheidung zu Cookies auf dieser Wesite ist für uns wichtig

Wir nutzen Cookies, um statistische Daten zur Optimierung der Website-Funktionen zu erheben. Das von uns zu diesem Zweck eingesetzte Tool ist etracker. Klicken Sie auf „Stimme zu und weiter“, um Cookies zu akzeptieren und direkt zur Website weiter zu navigieren; oder klicken Sie unten auf „Cookies ablehnen“. In dem Fall können Sie dieses Internetangebot nutzen, ohne dass die genannten Tools eingesetzt werden. Einzelheiten zu Cookies und die eingesetzten Tools erfahren Sie unter Datenschutzhinweise.

Coole Kommissare und fiese Verbrecher: Krimis aus Thüringen

Wenn Sie an Krimis aus Thüringen denken, haben Sie spontan Christian Ulmen und Nora Tschirner als Weimarer „Tatort“-Kommissare Dorn und Lessing vor Augen? Na klar, die Fälle des Ermittlerehepaars sind spannend, clever und hoch amüsant, weshalb jedes Mal Millionen Menschen zuschauen. Von Millionen Lesern können Thüringer Krimischriftsteller nur träumen – auch wenn es immer mehr werden.

Denn Regionalkrimis liegen seit einigen Jahren voll im Trend. Von Nord nach Süd, von West nach Ost, überall in Deutschland treiben fiese Mörder in Unwesen. Auch in Erfurt, Weimar oder Gotha sind Kommissare und Privatdetektive im Dauereinsatz gegen fiktive Killer & Co – dabei gehört Thüringen im wahren Leben zu den Bundesländern mit der deutschlandweit niedrigsten Mordquote.

Mit Regiokrimis Thüringen neu entdecken

Ob es daran liegt, dass aus Thüringen im Vergleich zu anderen Bundesländern vergleichsweise wenig Krimis kommen? „Es wäre schön für alle Thüringer, wenn es da noch mehr gäbe“, sagt einer, der es wissen muss: Rolf Sakulowski hat mit „Die Gloriosa-Verschwörung“ (Emons Verlag, 12,90 Euro) vor Kurzem seinen zweiten Thüringen-Krimi veröffentlicht. Der 50-Jährige lebt zwar schon länger in Potsdam, wo er als freier Filmemacher und Autor arbeitet, ist aber im Freistaat geboren und aufgewachsen. Den Kontakt zu seiner Heimat hat er nie verloren: „Meine Eltern und die Familie meiner Frau leben dort, sodass wir regelmäßig zu Besuch kommen.“ Zum Beispiel jeden Sommer, wenn Sakulowski in seinem Gartenhaus bei Saalfeld Urlaub macht und auf Ideen für neue Bücher kommt. Auch für seinen Serienhelden, den Historiker Jonas Wiesenburg, hat er schon einen neuen Fall im Kopf. Worum es geht, will er noch nicht verraten, nur, dass der Roman erneut in Thüringen spielen wird, das steht fest.

Historische Stätten, moderne Menschen: Erfurt bietet eine spannende Mischung.

Für Sakulowski sind die Recherchen zu seinen Krimis auch eine Gelegenheit, Thüringen neu und besser kennenzulernen. Für „Die Gloriosa-Verschwörung“ hat er einige Zeit in Erfurt verbracht, bei Freunden auf der Krämerbrücke gewohnt, so wie sein Romanheld. „Ich bin viel durch die Stadt gestreift, auch nachts, um die Atmosphäre aufzusaugen“, sagt Sakulowski, der seitdem begeistert ist von Thüringens Hauptstadt. „Die historische Stätten, die vor allem im Zentrum in großer Dichte vorhanden sind, und dazu die modernen, herzlichen Menschen, Erfurt bietet eine spannende Mischung.“

Sakulowski schreibt Regiokrimis, aber anders als viele andere Autoren, nicht aus Kalkül, sondern weil ihn ein Thema fesselt: „Ich arbeite ja auch an anderen Romanen und Sachbüchern, es kommt immer darauf an, wofür sich der Stoff eignet.“ Seine Krimis sollen auch Leser mitnehmen, die sich nicht in erster Linie für die Region interessieren, erzählen aber trotzdem viel über die regionalen Besonderheiten Thüringens. Und spannend sind sie sowieso. In „Die Gloriosa-Verschwörung“, dem zweiten Fall für Jonas Wiesenburg, wird der Geschichtswissenschaftler von der Polizei als Berater engagiert: Um einen aktuellen Mordfall zu klären, muss ein Geheimnis aus dem 17. Jahrhundert gelüftet werden.

 


Die spannendsten Thüringen-Krimis

In Thüringen gibt es kaum eine Stadt, die ohne Ermittler auskommt. Hier ein Überblick über die wichtigsten Regiokrimiautoren (in alphabetischer Reihenfolge). Wir danken Sebastian Thiem von der Erfurter Buchhandlung Peterknecht für seine Mithilfe:

  • Julia Bruns hat bislang vier Krimis um die Kommissare Bernsen und Kohlschuetter geschrieben, der aktuelle heißt „Thüringer Teufelswerk“ (Emons Verlag, 11,90 Euro). Und dreht sich um einen Mord auf dem berühmten Mittelalterstadtfest in Bad Langensalza.
  • In den Romanen von Karl-Heinz Großmann heißt der Held Kommissar Kurt Fest. Sein neuester Fall „Schweinetreiben“ (Salier Verlag, 15 Euro) führt ihn und sein Team nach Steinach, wo eine Frau spurlos verschwindet.
  • Hans-Henner Hess gehört zu den vielen Regiokrimi-Autoren, die auf makabren Humor setzen. Sein Serienheld, Anwalt Fickel, ermittelte zuletzt in „Grillwetter“ (Dumont, 10 Euro) in Südwestthüringen im Fall eines verschwundenen Insolvenzverwalters.
  • Als Schauspieler ist er deutlich bekannter, doch Dominique Horwitz hat auch einen Krimi geschrieben, der in seiner Wahlheimat spielt. In „Tod in Weimar“ klärt ein Stadtführer die Morde in einem Seniorenheim für Schauspieler auf (Penguin, 10 Euro).
  • Drei Krimis hat Klaus Jäger bislang geschrieben. Zuletzt war Polizeireporter Peter Hartmann in „Thüringer Quelle“ (Emons Verlag, 10,90 Euro) im fiktiven Riedberg unterwegs – ein ehemaliger Stasi-Mann wurde ermordet.
  • Die beiden Krimis von Heike Köhler-Oswald spielen in Weimar. „Graue Witwen“ (Bild und Heimat Verlag, 9,99 Euro) von 2017 ist nicht nur spannend, sondern auch schön schwarzhumorig.
  • Bernd Köstering ist mit seiner in Weimar angesiedelten „Goethe“-Trilogie bekannt geworden, alle drei Bände, „Goetheruh“, „Goetheglut“ und „Goethesturm“ sind noch lieferbar (Gmeiner Verlag, 9,90 – 11,90 Euro).
  • Felix Leibrock ist Seelsorger und nennt sich selbst Bücher-Entertainer. Unterhaltsam sind seine bislang drei Weimar-Krimis auf jeden Fall, „Schattenrot“ (Knaur, 9,90 Euro) ist der aktuelle Titel und erzählt eine Geschichte, die in die dunkle Nazi-Vergangenheit führt.
  • „Frau Sunna und der Tod“ (Emons Verlag, 10,90 Euro) heißt der jüngste Thüringen-Krimi von Katharina Schendel. In Eisenach jagt ihr japanischer Ermittler Takeo Takeyoshi einen Serienkiller.
  • Ein Debütroman ist „Nacht über Gotha“ (Mitteldeutscher Verlag, 12,95 Euro) von Birgit Seeber. Im Mittelpunkt steht einer der spektakulärsten Kunstraube der DDR-Geschichte: 1979 wurden fünf Gemälde aus dem Friedensteiner Schloss gestohlen, die Tat wurde nie aufgeklärt.

 

Bildquellen:

  •  istockphoto
  • MDR/Wiedemann&Berg/Stephanie Kulbach
  • Pressematerial

Ähnliche Artikel

Bücher sind mehr als 1000 Worte: Hervorragende Buchhandlungen in Thüringen

Heute begeht Deutschland den Tag des (freien) Buchs.