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Hier kommen Künstler und Kreative zum Zug

Bildhauer oder Bierbrauer, Musiker oder Fotograf – der Zughafen bietet ihnen ein Zuhause. Und den Erfurtern einen in inspirierenden Ort zum feiern, chillen und shoppen.

Wenn an einem schönen Tag die Sonne untergeht, sitzt Jan Schlennstedt gern auf der Holztribüne seines Biergartens und lässt seinen Blick schweifen. Bis zum Horizont schaut er, die Spitzen des Erfurter Doms stechen in das pink strahlende Wolkenmeer. Einfach magisch sei das, sagt der 34-Jährige. „Wer noch nicht hier war, sollte zum Zughafen kommen“, wirbt er für Thüringens größtes Kreativzentrum. „Vor allem abends, wenn die Backsteine der Industriekultur im Schein der untergehenden Sonne glühen.“

Auch der Musiker Clueso startet vom Zughafen aus seine Karriere

Der Zughafen ist ein wichtiges kreatives Zentrum Erfurts, so groß wie eineinhalb Fußballfelder, unweit der Altstadt und des Hauptbahnhofs gelegen. Hier sind Künstler und Kreative ebenso zu Hause wie kleine Unternehmer. Einer von ihnen ist Jan Schlennstedt, der auf dem Gelände im Frühjahr 2017 seine Brauerei Heimathafen gründete. Der gebürtige Erfurter verließ vor mehr als zehn Jahren seine Heimatstadt, um unter anderem in Hannover Erfahrungen als Brauer zu sammeln. 2016 kehrte er nach Hause zurück, wollte sich hier seinen großen Traum von der eigenen Brauerei erfüllen. Mit seinen vom Bier bis zum Etikett handgemachten Sorten liegt Schlennstedt voll im Craft-Beer-Trend, entsprechend gut angenommen werden Gabi, Egon und Jack, wie seine Bier-Spezialitäten heißen.

Im Zughafen werden bis zu fünf Locations gleichzeitig bespielt.

Seit 2002 wird der Zughafen – eine Reihe von Lagerhallen und ein größeres Gebäude, in dem früher die Bahn ihre Verwaltung untergebracht hatte – vor allem von jungen Menschen genutzt. Auch der Thüringer Sänger Clueso begann von hier aus seine erfolgreiche Karriere.

Zusammen mit Andie Welskop träumte Clueso von einem Ort, an dem sich Ideen und Visionen entfalten können. Welskop ist der Gründer des Vereins Netzwerk Kulturbahnhof e.V. Ihm ist es zu großen Teilen zu verdanken, dass es weitergeht mit dem Zughafen. Lange sah es so aus, als würde die Bahn den auslaufenden Vertrag nicht verlängern. Bis die Stadt Erfurt im März 2018 bekanntgab, das Gelände erwerben zu wollen. Seitdem haben die rund 40 Künstler, Musiker und Kleinunternehmer, die hier einen Hafen gefunden haben, noch einmal Gas gegeben. Und es soll weiter gehen: „Hier werden teilweise fünf Locations gleichzeitig bespielt sein“, versichert Welskop. Neben einer Konzerthalle gibt es ein Café, einen Biergarten und zwei Clubs.

Der Zughafen als Teil der geplanten Erfurter ICE-City

Mit der Absichtserklärung der Stadt verflüchtigte sich auch die Sorge, dass der Zughafen ein Opfer der geplanten ICE-City werden könnte. Das neue Stadtquartier soll den ICE-Knoten Erfurt vor allem für Reisende und Geschäftsleute noch attraktiver machen. Deshalb entstehen hier neben Wohnungen und Läden auch ein Tagungs- und Kongresshotel sowie Büro- und Gewerbeflächen. Für Andie Welskop ist das kein Widerspruch zum eher alternativen Angebot des Zughafens: „Wir sind der Teil der ICE-City, der bereits vorhanden und lebendig ist“ sagt er. Und fügt nicht ohne Stolz hinzu, dass die Räume des Zughafens bereits mehrfach für Veranstaltungen gebucht wurden – auch von der Bahn.

Die ICE-City existiert bislang nur auf dem Papier, im Zughafen hingegen werden immer neue Projekte realisiert. Demnächst soll es auf dem Gelände, gleich neben Schlennstedts Brauerei, sogar eine Whisky-Destillerie geben. Der Bildhauer Thomas Nicolai und sein Sohn Leopold wollen ihr „Wasser des Lebens“ aus lokalen Zutaten produzieren und ihre Räume auch für Lesungen und Ausstellungen öffnen. Kunst und Gewerbe – im Erfurter Zughafen ist das kein Widerspruch.

Bildquelle: Stefanie Loose / ZEIT ONLINE

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