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„Mich gibt’s nur mit Hund!“

Hundeschlitten fahren – für Anke Schiller-Mönch ist das viel mehr als ein Hobby. Es ist eine lebenslange Leidenschaft. Wenn sie mit dem Schlitten durch den Thüringer Wald gleitet, findet die Rechtsanwältin und zweifache Mutter Stille und Freiheit.

Mandanten und Paragrafen und E-Mails – wenn Anke Schiller-Mönch auf ihrem Hundeschlitten um den Grenzadler bei Oberhof rauscht, ist der Alltag der Rechtsanwältin für ein paar Stunden vergessen. Ein Gefühl von Freiheit, von tiefer Entspannung macht sich in ihr breit. Und von Ruhe: „Im Winter knirscht es unter den Kufen“, sagt die 43-Jährige und lächelt, „ es macht ,krchk-krchk‘, und man hört nur die Leinen klappern. Es ist einfach auch mal … still!“

Stille ist ein Luxus im Leben von Anke Schiller-Mönch. Sie arbeitet als Rechtsanwältin in den Gebieten Urheber-, Familien-, Sport- und Verkehrsrecht, und sie hat eine Familie. Mit ihrem Ehemann Sascha und den Kindern Mariella, 12, und Jonathan, 15, lebt sie im Weimarer Ortsteil Niedergrunstedt in einem zweistöckigen Haus, das die Familie sich mit Schiller-Mönchs Schwiegereltern teilt. Und mit den drei Sibirischen Huskys Emmely, Annika und Anne. 

Ihre ersten Rennen fuhr sie als Teenager, heute ist Anke Schiller-Mönch erste Vorsitzende des Schlittenhundesportclubs Thüringen

Schiller-Mönch serviert Filterkaffee und Bio-Milch und entschuldigt sich kurz dafür, dass so viel Gepäck herumsteht. Noch heute Nachmittag geht es für sie nach Baden-Württemberg, wo die deutsche Meisterschaft Dryland 2017 stattfindet, ein Schlittenhunderennen ohne Schnee. Draußen im Zwinger bellen die Hunde. Aber nicht weil sie spüren, dass es gleich losgeht, sondern weil Katze Lucy auf einen Besuch vorbeischaut. „Sie weiß genau, wie weit sie herankann“, erklärt Schiller-Mönch.

Ihre erste Begegnung mit Schlittenhunderennen? „Das war Wahnsinn!“

Dass Schiller-Mönch heute eine erfahrene Musherin – der Fachausdruck für Schlittenhundeführerin – ist, hat viel mit ihrer Mutter zu tun. „Zu Hochzeiten hatte sie 36 oder 38 Hunde“, sagt Schiller-Mönch. Und sie nahm ihre Tochter mit zu Rennen. Wie damals in Oberhof, kurz vor der Wende. Ein Tag, an den sich die Rechtsanwältin heute noch lebhaft erinnert: „Da waren 20 oder 25 Gespanne am Start und 60.000 Zuschauer oder so was … Das war Wahnsinn!“ Und der Beginn einer lebenslangen Leidenschaft.

Die Kinder machen fleißig mit. Gerade auch wenn es ums Füttern geht oder die alte Hündin rausmuss.

Ihre ersten Rennen – in Frauenwald, Oberhof und der damaligen Tschechoslowakei – fuhr Schiller-Mönch als Teenager. Zweimal 40 bis 50 Kilometer sei sie damals an den Wochenenden gefahren, sagt sie, „mit Skiern und Pulka“. Pulka nennt man die kleinen Lastschlitten, die von den Hunden gezogen werden. Eines der ersten Mitglieder des Schlittenhundesportclubs Thüringen e.V. war ihre Mutter. Heute ist Schiller-Mönch erste Vorsitzende. Darüber hinaus hat sie das Wagenrennen in Mühlberg mitgegründet und ist Rennleiterin von Oberhof.

Viele Aufgaben für eine Vollzeitjuristin und zweifache Mutter. Gut, dass ihre Familie sie unterstützt. „Mein Mann war gar nicht so ein Hundefan, aber mich gibt’s nur mit Hund“, sagt Schiller-Mönch und lacht. Inzwischen hat ihr Ehemann Sascha einen Hunderüden großgezogen – mit der Flasche. Ihr Sohn Jonathan nimmt selbst an Wettkämpfen teil. „Die Kinder machen fleißig mit“, sagt sie, „gerade auch wenn es ums Füttern geht oder die alte Hündin rausmuss.“

Das Trainingsgelände für ihre Hunde hat Anke Schiller-Mönch direkt vor der Haustür

13 Jahre alt ist Emmely, die alte Hündin, Anne und Annika sind hingegen erst 15 Monate. Von Emmely können sie viel lernen. Wie man auf Kommandos reagiert etwa. „Für links sagen wir ,haw‘, für rechts ,gee‘“, erklärt die Musherin. Wie in Nordamerika. Training haben die Huskys fünf- oder sechsmal die Woche. Schiller-Mönch wechselt sich dabei mit ihrem Mann ab.

Das Training kann direkt am Haus starten, manchmal aber geht es mit dem Auto ins Umland. „Wir haben hier wunderbare Gegenden. Ich fahre nicht einmal eine Stunde und bin im schönsten Winterland.“ Ihr Ziel ist es, die beiden jüngeren Hunde zu längeren Rennen – 160 Kilometer in zwei oder drei Tagen – mit nach Schweden zu nehmen, wo ihre Mutter inzwischen ihr Zuhause hat. Doch bis es so weit ist, werden wohl noch ein paar Jahre vergehen. Und Anke Schiller-Mönch wird mit ihren Hunden noch viele Runden durch den Thüringer Wald drehen. Die Gemeinsamkeit mit den Tieren, das macht den Sport für die Musherin so besonders: „Das ist auch das Schöne mit den Junghunden, wie man da so zum Team wird.“

Winter in Thüringen – Tipps von Anke Schiller-Mönch

Schneekopf
Gut eine Stunde fährt man von Weimar bis zum Schneekopf, mit 978 Metern die zweithöchste Erhebung im Thüringer Wald. „Sensationell“ sei der Ausblick vom Aussichtsturm, sagt Schiller-Mönch. Die Aussichtsplattform kann man per Treppe erreichen – oder man klettert an der präparierten Außenwand hoch. Auch auf dem Weg zum Turm kann man sich sportlich betätigen, der Trimm-dich-Pfad bietet Herausforderungen wie das Tannenzapfenzielwerfen. Stärkung bietet im Anschluss die Neue Gehlberger Hütte.

Großer Hermannstein
Etwa 20 Kilometer lang ist der Goethewanderweg zwischen Ilmenau und Stützerbach. Er führt an zahlreichen Wirkungsstätten des Dichterfürsten vorbei, auch an dem begehbaren Felsen Großer Hermannstein mit der Höhle, die es Goethe besonders angetan hatte. Reizvoll findet auch Schiller-Mönch die Gegend rund um den Großen Hermannstein: „Da liegt im Winter zügig Schnee, wirklich sehr schön zum Wandern.“

Rennsteig-Shuttle
„Ein wunderschönes Gebiet“ sei das Gebiet um den Bahnhof Rennsteig, sagt Schiller-Mönch. Viermal täglich fährt ein Shuttle den sogenannten Bahnhof ohne Ort im UNESCO-Biosphärenreservat Vessertal/Thüringer Wald an. Für Wanderer ist der Höhenwanderweg Rennsteig ein absoluter Höhepunkt.

Oberhof
Skilanglauf, Wanderungen mit oder ohne Schneeschuhe, Pferdeschlittenfahrten – zahlreiche Angebote für Naturfreunde und Sportler gibt es in Oberhof, dem Wintersportzentrum im Thüringer Wald. Außerdem finden dort regelmäßig Wettkämpfe statt, von Rennrodeln bis Biathlon. Schiller-Mönch ist „großer Oberhof-Fan“.

 

Urheber: WeltN24 / BrandStation

Den Originalbeitrag finden Sie unter www.welt.de

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