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So begreift man das Bauhaus

Nicht nur für Weihnachten eine schicke Geschenkidee: der Bausatz PLATTENBAU, den die Thüringerin Julia Heinemann entworfen hat. Der Würfel fürs spielerische Lernen ist eine Hommage an die Kunstschule Bauhaus und an den Thüringer Pädagogen Friedrich Fröbel. Und entwickelt sich zu einer Designikone.

Man kann auch einen Weihnachtsbaum daraus bauen, und das alle Jahre wieder – aber eigentlich ist der, von Julia Heinemann aus Weimar entworfene, Bausatz eher als Unterrichtsmaterial gedacht. Aus verschieden großen Würfeln und Rechtecken setzt sich PLATTENBAU, so der ironische Name, zusammen. Kinder – und natürlich auch Erwachsene – können ihrer Kreativität freien Lauf lassen und immer neue Kombinationen ausprobieren.

Ein Spiel in der Tradition Thüringer Gestaltungsideen

Mit Holzklötzchen zu spielen, das ist für Julia Heinemann kein Rückschritt in vordigitale Zeiten, als es weder Smartphones noch E-Learning gab, sondern ein wichtiger Bestandteil der Entwicklung von Kindern: „Speziell in der sensomotorischen Phase lernen sie beim Spielen eine Menge, sodass sich wichtige Verknüpfungen im Gehirn bilden“, erklärt Heinemann. Und sie weiß, wovon sie spricht. Die studierte Architektin, Pädagogin und Künstlerin ist unter anderem akademische Mitarbeiterin und Lehrbeauftragte der Fakultät Architektur und Urbanistik an der Bauhaus-Universität Weimar. Als Gastlehrerin zeigt sie Kindern und Jugendlichen deutschlandweit, was mit ihrem PLATTENBAU alles geht.

Das Baukastensystem steht in der Tradition Thüringer Gestaltungsideen. Zum einen bezieht sich Heinemann damit auf Friedrich Fröbels „Spielgaben“. Fröbel, der 1840 in Bad Blankenburg den ersten Kindergarten der Welt eröffnete, wollte wie heute Heinemann, dass Kinder spielerisch lernen. In seinem Konzept spielten die Grundformen Kugel, Würfel und Walze eine entscheidende Rolle. Sein pädagogischer Ansatz war: innere Ordnung (Ordnung im Denken) durch äußere Ordnung (im Spiel gefundene). Fröbels Ideen wurden von nachfolgenden Generationen in Kunst und Architektur aufgenommen. Auch im in Thüringen gegründeten Bauhaus, dem zweiten wichtigen Bezugspunkt für Heinemann, sahen viele Fröbel als einen geistigen Vater an. Bauhaus-Gründer Walter Gropius plante sogar ein Fröbel-Haus zu erbauen.

PLATTENBAU hat einen der weltweit wichtigsten Designpreise gewonnen

In den Räumen, in denen vor 100 Jahren das Bauhaus unsere Vorstellungen von Kunst und Architektur veränderte, ist heute die Bauhaus-Universität Weimar untergebracht. Und – hier schließt sich der Kreis – Julia Heinemann ist nicht nur eine ehemalige Studentin, sondern forscht und erprobt ihre Methode im aktuellen Lehrbetrieb. Ihr PLATTENBAU ist auch im Bauhaus.Atelier mitten auf dem Campus der Bauhaus-Universität zu erwerben, zusammen mit einer Postkarte und einem Button, auf dem steht: „ICH KANN BAUHAUS BEGREIFEN“.

Inzwischen ist PLATTENBAU auch mit einem der weltweit wichtigsten Designpreise ausgezeichnet worden: 2017 bekam Heinemann in Essen den Red Dot Design Award verliehen. Seitdem kommen Bestellungen aus den USA, aus China und vielen anderen Ländern. Ob diese Kunden ein pädagogisches Spielzeug oder ein Designobjekt suchen, weiß Heinemann natürlich nicht. Aber eines ist augenfällig: Der Kubus ist einfach schön komplex.

Gut zu wissen:

Im Webshop https://plattenbau.store/shop/ kostet PLATTENBAU aus Walnussholz 180,- Euro (plus 5,99 Euro Versand).

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