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Viele Leser erkunden mit unseren Krimis neue Regionen

Hejo Emons gründete den Verlag Emons 1984, Spezialgebiet: Regionalkrimis. Auch viele Thüringer Autoren erscheinen hier (mehr dazu lesen Sie im großen Special). Die regionale Ausrichtung des Kölner Verlags zeigt sich unter anderem darin, dass die Leser auf der Website mittels einer Deutschlandkarte nach Büchern aus bestimmten Regionen fahnden kann. Im Interview verrät Emons, warum Regiokrimis so erfolgreich sind und wie es um die Krimidichte in Thüringen bestellt ist.

Was genau versteht man eigentlich unter einem Regionalkrimi, und was unterscheidet ihn vom „normalen“ Krimi?

Obwohl der Regionalkrimi seit einigen Jahren einer der größten Trends auf dem deutschsprachigen Buchmarkt ist, fällt es gar nicht so leicht, den Begriff zu definieren. Fast alle (Kriminal)-Romane spielen an konkreten Schauplätzen, sind deswegen aber noch lange keine Regionalkrimis. Häufig ist der Ort im Gegensatz zu den dort agierenden Personen für die Handlung eines Krimis nicht sonderlich relevant. Im Unterschied dazu dient der Schauplatz im Regionalkrimi nicht als bloße Kulisse, sondern wird selbst zum handlungstragenden Element. Im Idealfall erzählt ein Regionalkrimi die Geschichte eines Verbrechens, die sich so nur an eben jenem konkreten Ort zutragen kann, an dem sie spielt.

Seit wann gibt es den Begriff beziehungsweise den Trend Regionalkrimi? Ist das nur ein Marketingname?

1984 haben wir den Roman „Tödlicher Klüngel“ von Christoph Gottwald als „Köln Krimi“ verlegt. Gottwald hat sich damals stark an die Klassiker der amerikanischen Hardboiled-Literatur angelehnt. Wir wollten betonen, dass der Roman aber eben nicht in L.A. oder San Francisco, sondern am Rhein spielt. Gottwalds Roman wurde damals zu einem großen Erfolg. Und es war der erste Regionalkrimi Deutschlands.

Sicherlich bieten Regionalkrimis den Leserinnen und Lesern eine Orientierung im Handel. Die Menschen lesen gern Geschichten, die sich in ihrer unmittelbaren Umgebung abspielen. Dennoch kann man den Regionalkrimi nicht als bloße Marketingerfindung abtun. Dass Autorinnen und Autoren in den letzten Jahren vermehrt den geographischen Nahbereich entdecken und erkunden und sich von der Idee freimachen, ein Buch müsste zwingend in einer Metropolregion spielen, ist ein Ausdruck der Souveränität einer lebhaften und kreativen Krimiszene.

Wer liest Regionalkrimis? Vor allem Menschen aus der Region oder auch Touristen?

Vielfach werden die Krimis tatsächlich von den Menschen gelesen, die in der jeweiligen Region leben oder einen Bezug zu ihr haben. In den Urlaubsregionen kommen natürlich die Touristen dazu. Aber wir haben auch viele Leserinnen und Leser, die mit unseren Krimis neue Regionen erkunden und literarisch entdecken wollen.

Wie finden Sie Ihre Autoren beziehungsweise wie finden Ihre Autoren zu Ihnen? Schauen Sie gezielt, welche Orte Sie noch nicht auf der Krimilandkarte haben?

Wir suchen weniger nach weißen Flecken auf der Landkarte als nach guten Büchern. Die Leserinnen und Leser merken sehr wohl, ob ein Verlag sich um die Auswahl seiner Autorinnen und Autoren, um ein ordentliches Lektorat und um die Qualität seiner Bücher kümmert. Einfach einen x-beliebigen Krimi zu veröffentlichen und den Namen einer Stadt oder eines Landkreises aufs Cover zu drucken, ist keine sehr nachhaltige verlegerische Strategie.

Wie würden Sie die Regiokrimidichte in Thüringen im Vergleich zu anderen Bundesländern beurteilen?

Wir sind in Thüringen gut vertreten, wobei es auch Landstriche gibt, in denen die Krimidichte noch um einiges höher ist. Insofern denken wir schon, dass die Region noch viele gute Geschichten zu erzählen hat.

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