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Wie moderne Familie gelingen kann

Väter in Elternzeit statt klassischer Rollenverteilung – anders als noch vor einigen Jahrzehnten sind heute viele Lebensmodelle für Familien möglich. Dennoch bleiben nach wie vor häufig die Frauen zu Hause, um Kinder zu erziehen. Eine bessere Kinderbetreuung und innovative Modelle zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf können hier Freiräume schaffen.

Mehr Zeit mit den Kindern: Fast zwei Drittel aller Väter von unter Sechsjährigen würden gern mindestens die Hälfte der Kinderbetreuung übernehmen – aber nur 18 Prozent tun es. Wunsch und Wirklichkeit klaffen auseinander. Noch immer sind es zumeist die Mütter, die sich um den Nachwuchs kümmern. Und das, obwohl Frauen mittlerweile die Hälfte aller Hochschulabgänger stellen.

Ursachen dafür gibt es viele – neben beruflichen Faktoren vor allem auch die Frage, ob und wie lange die Kinder außer Haus betreut werden können. Ein wichtiger Meilenstein war in diesem Zusammenhang die Gründung des ersten Kindergartens im Jahr 1840 im thüringischen Bad Blankenburg. Seitdem haben diese Einrichtungen das Leben junger Mütter von Grund auf verändert. Sie konnten ihre Kinder nun jeden Tag in die Obhut von Erziehern geben – und hatten dadurch mehr Zeit für ihre Ausbildung, was ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt deutlich erhöhte.

Gewünscht: mehr Betreuungsplätze und individuellere Öffnungszeiten

Auch heute gilt: Eine gute Betreuungssituation verbessert die Vereinbarkeit von Familie und Beruf – und ermöglicht es vor allem Müttern, berufstätig zu bleiben. Besonders wichtig ist das für Alleinerziehende. Wer den ganzen Tag arbeitet und keinen Partner hat, ist darauf angewiesen, dass sein Kind einen Platz in der Kita bekommt. Das betrifft viele: Etwa ein Fünftel aller Kinder in Deutschland lebt bei einem alleinerziehenden Elternteil.

Eine hochwertige Kinderbetreuung bedeutet auf der einen Seite, dass genügend Kitaplätze vorhanden sind. Hier gibt es weiterhin Nachholbedarf: 83 Prozent aller Eltern in Deutschland wünschen sich eine Ausweitung des Angebots. Auf der anderen Seite ist es wichtig, dass die Kinderbetreuungszeiten mit den Arbeitszeiten der Eltern harmonieren. Schließt die Kindertagesstätte einige Stunden vor Dienstschluss, ist das für Berufstätige häufig ein Problem.

Betreuungsgarantie in Thüringer Grundschulen

Das Gleiche gilt für Schulen. Eine qualifizierte Nachmittagsbetreuung in der Grundschule entlastet junge Eltern ungemein. In Thüringen sorgt die Hortplatzgarantie hierbei für Sicherheit: Jedes Kind hat Anspruch darauf, bis zum Ende seiner Grundschulzeit am Nachmittag betreut zu werden.

In dem ostdeutschen Bundesland ist die Ganztagsbetreuungsquote folglich um das Vierfache höher als in westdeutschen Bundesländern. Gute Betreuung und Bildungserfolg gehen dabei Hand in Hand: In Studien zur Bildungsqualität landet der Freistaat regelmäßig auf den vorderen Plätzen.

Pro-Kopf-Ausgaben Bildung — Ranking

Das Handlungsfeld Ausgabenpriorisierung zeigt an, wie viele Finanzmittel ein Bundesland in seine Bildungssysteme pro Kopf investiert — verglichen mit den Pro-Kopf-Gesamtausgaben des Landes.
Quelle: INSM Bildungsmonitor `17

Flexible Arbeitsmodelle für Mütter und Väter

Unternehmen stehen ebenso vor der Herausforderung, Freiräume für ihre Mitarbeiter zu schaffen. Beispielsweise durch flexible Arbeitszeitmodelle: Am Standort Gotha der ZF Friedrichshafen AG legen die Beschäftigten ihren Arbeitsbeginn bedarfsgerecht fest – wer früher am Morgen zu arbeiten beginnt, kann auch früher in den Feierabend gehen und seine Kinder von der Schule abholen.

Bei Kaeser Kompressoren wählen die Mitarbeiter zwischen mehr als 30 Arbeitszeitmodellen aus. „Am Standort Gera zum Beispiel befindet sich gerade einer der Mitarbeiter in Elternzeit und kommt währenddessen einen Tag pro Woche ins Büro“, erklärt Thomas Kaeser, Vorstandsvorsitzender von Kaeser Kompressoren. Ein anderer Mitarbeiter habe fünf Kinder und arbeite in flexibler Teilzeit.

Berufstätig als Mutter von Zwillingen: dank Home Office

Eine große Bandbreite an Möglichkeiten, Arbeit und Familie zu vereinbaren, bietet sich auch den Beschäftigten der BN Automation AG aus dem thüringischen Ilmenau. „Das Unternehmen trägt den Bedürfnissen von Müttern und Vätern durch flexible Arbeitszeiten, Teilzeitarbeitsmodelle, Möglichkeiten zur Heimarbeit, Vermittlung von Kinderbetreuungsplätzen und die Zahlung von Kindergartenzuschüssen Rechnung“, sagt Prokurist Heiko Nikolaus.

Mit diesen Angeboten unterstützt das Unternehmen Mitarbeiterinnen wie Kristin Jacobs. Die Mutter von Zwillingen wollte ihre Kinder großziehen und gleichzeitig berufstätig bleiben. Die Lösung: Sie arbeitete eine Zeit lang im Home Office und übernahm währenddessen Tätigkeiten, die auch bei flexiblen Arbeitszeiten gut zu bewältigen waren. Heute führt sie als Gruppenleiterin Konstruktion ein Team von vier Mitarbeitern und sagt: „Familie und Beruf sind machbar – wenn die Unterstützung passt.“

 

 

Urheber: FAZ

Den Originalbeitrag finden sie unter www.faz.net

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