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Wiege der Moderne

2019 wird in Weimar das neue Bauhaus- Museum eröffnet – pünktlich zum 100. Jubiläum der Hochschule.

Das neue Bauhaus-Museum in Weimar wird nicht nur ein Ort der Erinnerung sein, sondern auch ein Ort der Begegnung. Und zeigen, wie wichtig die Ideen von damals heute noch sind. Dr. Ulrike Bestgen von der Klassik Stiftung Weimar erklärt, worauf sich künftige Besucher freuen dürfen.

Frau Dr. Bestgen, was erwartet die Besucher im neuen Bauhaus-Museum?

Ulrike Bestgen: Wir sind von den Fragen ausgegangen, die schon Bauhaus-Gründer und -Direktor Walter Gropius gestellt hatte: „Wie werden wir wohnen, wie werden wir siedeln, welche Formen des Gemeinwesens wollen wir erstreben?“ Fragen, denen wir gemeinsam mit unseren Besuchern nachgehen wollen. Wir wollen zeigen, wie wichtig das Bauhaus war, aber auch, was die Ideen von damals für uns heute bedeuten.

Was bedeutet das konkret?

Die Ausstellung ist über drei Etagen verteilt. Im dritten Stock gibt es etwa eine große Regalkonstruktion, in der wir die weltweit älteste Bauhaus-Sammlung zeigen. Walter Gropius hatte die Objekte 1925 ausgesucht, und sie verblieben auch nach dem Umzug nach Dessau in Weimar, wo sie glücklicherweise unbeschadet in Kisten verstaut die Zeiten überdauerten. Erst 1955 wurden sie ausgepackt und inventarisiert. An den Werken, darunter der berühmte Lattenstuhl von Marcel Breuer oder frühe Arbeiten aus der Keramikwerkstatt, lässt sich erkennen, welch unglaubliche Entwicklung das Weimarer Bauhaus in kurzer Zeit durchgemacht hat. Auf derselben Etage haben wir aber auch das Projektforum Gegenwart, wo wir Ausstellungen planen, in denen Architekten, Künstler und Gestalter sich der Frage widmen, welche Relevanz das Bauhaus für unsere heutige Gesellschaft hat.

Was sind Ihre persönlichen Favoriten?

Ich bin ein Fan von Peter Kelers Bauhaus-Wiege, die angeregt wurde von der Farbenlehre Wassily Kandinskys. Die Wiege ist ein wunderschönes Objekt, an dem man die Gestaltungsabsichten des Bauhauses aufzeigen kann. Sie ist zu einer Bauhaus-Ikone geworden. Am Herzen liegt mir auch der Bereich für Bühne, wo wir zeigen, wie man vor 100 Jahren am Bauhaus über Raum, Licht, Farbe und Ton nachgedacht hat. Und natürlich ist auch das Museum selbst mit seiner Architektur ein Höhepunkt.

Was ist das Besondere an dem Bau der Berliner Architektin Heike Hanada?

Nach außen ist das Museum ein minimalistischer Kubus, nach innen etwas ganz Besonderes. Es bietet statt großer Blickachsen, die man aus Kunstmuseen kennt, viele Durchblicke, sodass sich zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten ergeben und die Themen in einen Dialog treten. Das passt zu der Idee, dass wir das Bauhaus nicht chronologisch erzählen, sondern thematisch.

Das alte Bauhaus-Museum war gegenüber dem Nationaltheater untergebracht – warum haben Sie einen neuen Standort gewählt?

Weil er Schnittpunkt komplexer historischer Entwicklungen ist. Zum einen wegen der Anbindung an den Weimarhallenpark, dessen Anlage mit Schwimmbad und Stadion ein Kulturprojekt der Zwanzigerjahre war. Zum anderen durch die Nähe zum ehemaligen nationalsozialistischen Gauforum, das ab 2020 Heimat der bisherigen Wanderausstellung „Zwangsarbeit“ sein wird. Diese Ausstellung wird inhaltlich verantwortet von der Gedenkstätte Buchenwald. Wichtig ist aber auch die Nähe zum Neuen Museum, einem historistischen Gebäude der 1860er-Jahre, das umgewidmet und die Zeit vor dem Bauhaus erzählen wird. So entsteht ein Kulturquartier, das ganz unterschiedliche Erfahrungen der ambivalenten Moderne vermittelt.


Gut zu wissen: Das Bauhaus kommt aus Thüringen

Im April 1919 gründete Walter Gropius das Staatliche Bauhaus in Weimar. Dem Direktor der Architekturund Kunstschule gelang es, renommierte Kreative als Lehrkräfte nach Thüringen zu holen, darunter Wassily Kandinsky, Lyonel Feininger und Paul Klee. Weimar wurde zu einem Zentrum der internationalen Avantgarde. Auch wenn das Bauhaus 1933 auf Druck der Nationalsozialisten aufgelöst wurde: Die Ideen und Lehrmethoden, die hier entwickelt wurden, sind auch heute noch von enormer Relevanz, ob in der Kunst, im Design oder in der Architektur – und haben ihre Spuren überall auf der Welt hinterlassen.

Das Bauhaus-Jubiläum im Internet. Alle wichtigen Termine, News und Hintergründe zum Thema finden Sie hier: www.bauhaus100.de

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