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Die großen Vier – Thüringens Welterbeschatz

Kulturleistung wie Naturphänomen: Gleich vier Stätten in Thüringen tragen den begehrten UNESCO-Titel. Ein Überblick:

Die Wartburg – glanzvoll und sagenumwoben

Seit rund tausend Jahren prägt sie das Stadtbild Eisenachs. Der geschichtsträchtige Bau ist wohl Deutschlands bekannteste Burg, und ihr Mythos zieht die Menschen noch heute in ihren Bann 

Imposant ist das Bauwerk, wechselvoll die Geschichte der Wartburg. Martin Luther übersetzte hier die Bibel, der Legende nach traten die Minnesänger im Sängerkrieg gegeneinander an. Die heilige Elisabeth von Thüringen unterstütze die Armen und Dichterfürst Goethe war derart beeindruckt, dass er mehrfach zurückkehrte. Als „ideale Burg“ bezeichnete das Welterbekomitee 1999 die Wartburg und verlieh dieser ihr Gütesiegel. Die Pracht der künstlerischen Ausstattung, die Macht der Geschichten und Legenden wirkt bis in die Gegenwart nach. 459000 Besucher kamen zum Reformationsjubiläum im vergangene Jahr – Rekord! 

Der Hainich – wildes und märchenhaftes Naturreich

Der mitteleuropäische Urwald fasziniert durch seine Artenvielfalt, und seine Besucher erwartet auf dem Baumkronenpfad eine ganz neue Perspektive

Unweit Eisenachs liegt das Naturereignis Hainich. Die Rotbuche, Mutter des Waldes, prägt die Bilderbuchlandschaft. Beeindruckende 16000 Hektar misst der größte zusammenhängende Laubwald Deutschlands insgesamt. Er ist Heimat von über 10000 Tier-, Pflanzen- und Pilzarten. Seit 2011 gehört Thüringens Nationalpark, der einen Großteil im Süden des Gebietes ausmacht, zum UNESCO-Weltnaturerbe „Buchenurwälder  der  Karpaten  und Alte Buchenwälder Deutschlands“. Spaziergänger können eintauchen in eine Welt, in der der Natur freien Lauf gelassen wird: Mystische Bilder gestürzter Bäume bedeckt von einem Teppich aus Moosen und Flechten sind der Lohn. Und hoch oben in 24 Metern Höhe gewährt der Baumkronenpfad über 500 Meter eine fantastische Aussicht über die Wipfel, durch die der Wind streicht.

Das Bauhaus in Weimar – revolutionärer Hotspot der Kunst und Architektur

„100 Jahre Bauhaus“ feiert Weimar im nächsten Jahr. In der weltberühmten Universität versammelten sich die namhaftesten Avantgardekünstler. Die Architektur beeindruckt heute wie damals

Wassily Kandinsky, Paul Klee, Lyonel  Feininger, Johannes Itten  – große Namen scharte Walter Gropius um sich am „Staatlichen Bauhaus in Weimar“, das der Architekt 1919 gründete. Die Kunstschule gilt als Wiege der Klassischen Moderne. Bildhauerei, Malerei und Architektur stellte Gropius unter die Prämisse „Das Endziel aller bildnerischen Tätigkeit ist der Bau!“ Und so entstanden rationale und funktionale Entwürfe, die noch heute überzeugen. 1996 adelte die UNESCO die Wirkungs- und Ausbildungsstätte mit ihrem beispielhaften Treppenhäusern, Wandbildern sowie dem original erhaltenen Gropiuszimmer zum Weltkulturerbe. 

Das klassische Weimar – Blüte des Humanismus und der Weltoffenheit

Goethe, Schiller und Herder prägten Kunst, Zeitgeschichte und die Stadt Weimar im frühen 19. Jahrhundert. Die Früchte ihres Schaffens sind unsterblich, ebenso ihre Wohn- und Wirkungsstätten

Um 1800 ergriff eine neue Geistesströmung Europa, und Weimar wurde zu ihrem Mittelpunkt. Zu verdanken hatte dies die Stadt vor allem den Geistesgrößen Johann Wolfgang von Goethe, Johann Gottfried Herder und Friedrich Schiller. Steinerne Zeitzeugen der Weimarer Klassik stehen noch heute am Platz und seit 1999 auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes: Zum 13-teiligen Ensemble „Klassisches Weimar“ zählen Goethes sowie Schillers Wohnhaus, die Herderstätten, das Stadtschloss, der Schlosspark Belvedere mit Schloss und Orangerie, Schloss und Schlosspark Ettersburg sowie der Park an der Ilm mit Römischem Haus, Goethes Garten und seinem Gartenhaus. Wer hier heute flaniert, kann tatsächlich den Geist des Dichters spüren, die Einrichtungsgegenstände im Haus stammen aus seinem Besitz.

Bildquellen:
Wartburg - Foto: Wartburg Stiftung
Hainich Park - Foto: Jens Fischer
Bauhaus-Universität - Weimar Bauhaus-Universität Weimar, Foto: Nathalie Mohadjer
Goethes Gartenhaus - Klassik Stiftung Weimar, Foto: Jens Hauspurg

 

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