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Moderatorin Singa Gätgens neben der KiKA-Figur Bernd das Brot.

Wo Kindermedien zuhause sind.

Da machen die Kleinen große Augen: Thüringen, allen voran Erfurt, ist ein Hotspot für Kindermedien. Singa Gätgens, selbst Kinder-TV-Urgestein und Moderatorin beim Kindersender KiKA, nimmt uns mit auf einen Rundgang durch die bunte Welt des Kinderprogramms.

Am Anfang war das Sandmännchen. 1959 ging in Ost- und Westdeutschland jeweils ein eigenes Sandmännchen auf Sendung. Ersonnen wurden die Figuren vom Deutschen Fernsehfunk der DDR bzw. vom SFB im Westen Deutschlands. Und das fast gleichzeitig. Während die westdeutsche Variante seit der Wiedervereinigung ihre Rente genießt, ist das ehemalige DDR-Sandmännchen das gesamtdeutsche geworden und weiter jeden Tag auf Sendung. Bis heute flimmerte der sympathische Bartträger über 22.000 Male über den Bildschirm. Und zwar nicht nur hierzulande und im europäischen Ausland, sondern u. a. auch in Vietnam, Sri Lanka oder auf Mauritius. Mittlerweile ist das Sandmännchen in Erfurt zuhause.

Die deutsche Kinderfernseh-Tradition wurde 1997 mit der Gründung des KiKA (im Wortsinn) in Stein gegossen. Das Gemeinschaftsprogramm von ARD und ZDF hat seinen Sitz in Erfurt und sendet ausschließlich für Kinder. Mittlerweile hat sich der Sender zur internationalen Institution und Produktionsstätte für Kindermedien entwickelt.

Nicht nur die Infrastruktur stimmt in Erfurt, auch das gesellschaftliche Umfeld hat sich der Förderung von Kindermedien verschrieben. Das renommierte Kinder Medien Festival GOLDENER SPATZ samt Fachbesucher-Tagung findet jährlich in Gera und Erfurt statt – und in der Erfurter City kann man beim Bummeln unzählige Figuren von TV-Charakteren entdecken. Natürlich kann man in der Stadt auch bekannte Drehorte finden, wie etwa das „Schloss Einstein“, das in Wahrheit ein ehemaliges Kinderheim ist.

Genügend Anlaufstellen also für Singa Gätgens. Wir begleiten die Moderatorin, die selbst beim KiKA und für diverse TV-Serien vor der Kamera steht, einen Tag lang durch die Kindermedienstadt Erfurt.

Auf Spurensuche: Kinder-TV-Charaktere bevölkern die Erfurter City.

An 13 Orten im Erfurter Stadtgebiet warten 17 Figuren bei Wind und Wetter auf ihre Fans. Unsere Karte verrät, wo man mit dem Sandmännchen Selfies machen oder mit Hein Blöd schnacken kann.

 

Kinder-TV: Thüringens Hall of Fame.

Wer hätte gedacht, dass so viele Charaktere des Kinderfernsehens – von echten Klassikern bis hochmodern-computergeneriert – von Thüringen aus auf Sendung gehen? Hier einige prominente Vertreter, die wir in der Erfurter City getroffen haben.

  • KiKA-Figur Bernd das Brot.

    Bernd das Brot

    Überaus erfolgreich verbreitet das grummelnde Brot schlechte Laune auf dem Bildschirm – sehr zur Erheiterung seiner treuen Fans. 2004 wurde der abseitige Humor des kultigen Kastenbrots mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet.

  • KiKA-Figur Sandmännchen sitzt auf einer Bank.

    Das Sandmännchen

    Schafft seit 1959 das, woran Eltern oft scheitern: die Kleinen ins Bett zu schicken. Das Sandmännchen ist unbestritten der Klassiker des deutschen Kinderfernsehens, mit dem schon Eltern und Großeltern groß wurden.

  • Die KiKA-Figur das KiKANiNCHEN steht in einem Park

    Das KiKANiNCHEN

    Das KiKANiNCHEN ist der Moderator für die jüngsten Zuschauer. Das blaue Kaninchen führt durch das Vorschulprogramm für Drei- bis Sechsjährige. Seine kurzen Auftritte zwischen den Serien verbinden Realfilm-, Computer- und Animationssequenzen.

  • Schnatterinchen und Hund Moppi

    Auch wenn man es ihr nicht ansieht: Schnatterinchen ist genauso alt wie das Sandmännchen. Beide starteten ihre TV-Karriere 1959. Der Hund Moppi zählt neben Pittiplatsch zu den engsten Freunden von „Schnattchen“.

Ein Hauch von Hollywood: KiKA in Erfurt.

Besondere Freude bei einem besonderen Sender: KiKA feiert sein 25-jähriges Jubiläum. Längst ist der Kinderkanal eine Institution in der deutschen Fernsehlandschaft geworden – und zum Marktführer unter den 3- bis 13-Jährigen. Eigenproduktionen wie „Siebenstein“, die Soap „Schloss Einstein“, die News- und Reportageformate „logo!“, „Willi wills wissen“ oder die „Checker“-Reihe sowie echte TV-Klassiker wie die „Sendung mit der Maus“ und das „Sandmännchen“ verdeutlichen die Relevanz des KiKA für die jüngsten Zuseher.

Der Sender mit Sitz in Erfurt hat maßgeblichen Anteil daran, dass Thüringen ein Kindermedienland und seine Hauptstadt wohl die Kindermedienmetropole Deutschlands ist. Der Grund: Sein inhaltlich hochwertiges Programm kommt an – und überzeugt auch viele Eltern. Käpt’n Blaubär, Hein Blöd und Bernd das Brot haben auch unter Erwachsenen viele Fans. Was viele von ihnen vermutlich nicht wissen: Bekannte Moderatoren wie Wolfgang Lippert, Franziska Rubin und natürlich unsere Presenterin Singa Gätgens standen einst bzw. stehen beim KiKA vor der Kamera.

Das Logo des Kindersenders KiKA (von ARD und ZDF) an der Fassade des Kindermedienzentrums in Erfurt. Ein grünes Schild mit hellgrüner und schwarzer Schrift.

KiKA: kurz & knapp

Das KiKA-Programm vereint Unterhaltung, Information, sowie Bildung und Beratung für Kinder. Einige Fakten:

  • Marktführer in der Zielgruppe der 3- bis 13-Jährigen

  • Werbefreies Gemeinschaftsprogramm von ARD und ZDF, koordiniert vom MDR

  • Digitale Ableger: Websites, Mediatheken-Apps und ein YouTube-Kanal

  • Sendestart: 1. Januar 1997

  • Jahresbudget: 80 Mio. Euro

„Schloss Einstein“: ein Marathon zum Weltrekord.

Mehr geht nicht! Das in Erfurt produzierte „Schloss Einstein“ ist die weltweit am längsten laufende Fiction-Serie mit Kindern für Kinder. Seit 1998, oder besser: in über 1.000 Folgen und 25 Staffeln, zeigt die Serie das turbulente Leben im gleichnamigen Internat zwischen Lernen, Liebe und Lebensträumen. Trotz dieser Teenage-Themen geht es in dem Erfolgsformat keinesfalls seicht zu. Infotainment-Elemente, überwiegend aus den Naturwissenschaften, weben immer wieder leichtverdauliche „Wissenshäppchen“ für die acht bis 14 Jahre alte Zielgruppe in die Handlung ein. In den Niederlanden orientiert sich sogar ein Schulbuch an der Serie, die ein Exportschlager im europäischen Kinder-TV ist. Gedreht wird „Schloss Einstein“ nach dem Start in Babelsberg seit 2007 an verschiedenen Orten in Erfurt.

Behind the Scenes mit den Darstellerinnen Merle und Julie.

Von Kindern für Kinder: „GOLDENE SPATZEN“ für die besten Kindermedien.

Sechs Tage, zwei Städte und zehn Preise in sechs Hauptkategorien – was 1979 in Gera begann, ist heute das größte Kinder Medien Festival im deutschsprachigen Raum. Ein Ergebnis der konsequenten Weiterentwicklung, mit der sich der GOLDENE SPATZ immer wieder an die junge Zielgruppe anpasste. So kamen 1993 nicht nur MDR, ZDF und RTL als Stifter an Bord, sondern auch das einzigartige Herzstück des Spektakels: eine Jury, die ausschließlich aus Kindern besteht. Wer sollte schließlich besser wissen, was bei Gleichaltrigen ankommt, als 9- bis 13-Jährige?

2001 wurde der Wettbewerb „Kino-TV“ um ein digitales Pendant erweitert. Zu Gera kam im Jahr 2003 Erfurt als zweiter Festivalstandort dazu. Den Auftakt machen die Vorführungen aller Wettbewerbsbeiträge und zahlreiche Talkrunden mit Regisseuren und Schauspielern in Gera, bevor der GOLDENE SPATZ zu weiteren Veranstaltungen und der feierlichen Preisverleihung nach Erfurt flattert.

Personen aus unserem Film.

  • Singa Gätgens

    Singa ist eine waschechte Pionierin des Kinderfernsehens: 1997 moderierte sie die erste Sendung des KiKA überhaupt. Seitdem blieb sie dem Kinder-TV treu. In jungen Jahren spielte sie in „Die Kinder vom Süderhof“, später war sie in Serien wie „Der Landarzt“ und „Gegen den Wind“ zu sehen. KiKA-Gucker kennen Singa als Moderatorin diverser erfolgreicher Formate wie etwa „Tanzalarm“ oder dem „Tigerenten-Club“.

  • Nicola Jones

    Nicola Jones ist Geschäftsführerin der Deutschen Kindermedienstiftung GOLDENER SPATZ und künstlerische Leiterin des gleichnamigen Kinderfilmfestivals. Die Kommunikations- und Medienwissenschaftlerin startete ihre Laufbahn in der Filmförderung, bevor sie 2016 beim GOLDENEN SPATZ übernahm.

    ©GOLDENER SPATZ, Foto: René Löffler

  • Laetitia Nakhlé

    Als Laetitia erfuhr, dass sie beim GOLDENEN SPATZ zur Jury gehören würde, konnte die Schülerin ihr Glück kaum fassen. 2021 bewarben sich immerhin 1113 Kinder auf die 33 Jurorenposten des renommierten Kinder Medien Festivals GOLDENER SPATZ. Das Beste an den aufregenden Tagen? „Das Filmegucken“, lacht Laetitia.

    ©GOLDENER SPATZ, Foto: Carlo Bansini

  • Merle Sophie Eismann & Julie Marienfeld

    Merle Sophie Eismann und Julie Marienfeld sind ganz neu an Bord bei „Schloss Einstein“. Seit Februar 2022 bzw. Folge 1001 spielen sie die Rollen der Annika bzw. Nesrin. Beide mögen im echten Leben das Schulfach Mathe nicht, dafür aber Bio, Englisch und Kunst (Merle) oder selbstgemachte Pancakes (Julie). An den Dreharbeiten schätzen sie die vielen neuen Erfahrungen und den Zusammenhalt am Set.