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Smarte Strickmode made in Thüringen

Ein Label für Strickmoden erobert von Zella aus Deutschlands Boutiquen und beliefert Labels wie Joop und Guido Maria Kretschmer. Doch Rolf Betz, der Kopf hinter Strick Zella, will mehr als nur schicke warme Pullover und Mäntel produzieren. Er entwickelt Wearables – Kleidung mit Hightech-Funktionen.

Die Umsätze bewegen sich im einstelligen Millionenbereich, die Topmarke Mia Mai wird in über 200 Läden in ganz Deutschland verkauft, 30 Mitarbeiter verdienen hier ihr Geld. Strick Zella, das Unternehmen aus dem Eichsfeld, schreibt eine Erfolgsgeschichte. Zu verdanken ist das vor allem ihm: Gottfried Betz, ein Berliner Physiker, der in Thüringen die Bedingungen vorfand, um sich noch einmal ganz neu zu erfinden.

Seit 1920 wird in Zella professionell gestrickt

Die Geschichte beginnt 2004 in Berlin. Betz, zu dieser Zeit Vertriebsleiter für Hightech-Produkte, blättert an einem Dezembertag in der „FAZ“. Schon länger ist er auf der Suche nach einer Maschine, die es seiner damaligen Frau, einer Modedesignerin, ermöglicht, Designerstrickmode nicht in Handarbeit, sondern in Serie herzustellen. Er sieht die Anzeige eines Unternehmens für Strickwaren, das auf der Suche nach einem Investor ist und macht sich auf den Weg ins 350 Kilometer entfernte Zella. Dass diese Reise der Beginn eines ganz neuen Lebensabschnitts sein wird, ahnt er da noch nicht.

Eigentlich sucht Rolf Betz nur eine Maschine – dann kauft er die gesamte Fabrik

Doch als er die Fabrikhalle das erste Mal betritt, ist er sofort zutiefst beeindruckt von den zahlreichen Maschinen, die einen herrlichen Lärm veranstalten. Und er versteht, dass seine ursprüngliche Idee, mit nur einer Strickmaschine professionell zu arbeiten, völlig unrealistisch war. Doch statt einfach nach Berlin zurückzukehren und aufzugeben, entwickelt er einen viel größeren Plan. Er kauft die gesamte Fabrik – und damit ein Traditionsunternehmen, das seit 1920 besteht.

Der 1955 geborene Betz steckt seine gesamte Energie in sein neues Unternehmen, steigt aus seinem alten Job aus, nimmt einen Kredit auf. Seine Vision: eine Manufaktur aufzubauen, die sowohl für die avantgardistischen Modedesignerinnen in Berlin produziert als auch für das eigene Label Alda. Zunächst läuft es nicht schlecht, der Bedarf scheint ihm Recht zu geben, sogar einen Showroom in Charlottenburg eröffnet er.

Doch die Anfangseuphorie verpufft bald, und es mangelt an Aufträgen. Betz braucht einen Plan B. Auf die Erfolgsspur bringt ihn Strickdesignerin Vera Janssen, die aus dem Eichsfeld stammt: Künftig werden bei Strick Zella Mäntel und Pullover für große Marken wie Joop und Guido Maria Kretschmer hergestellt. Das eigene Label benennt Betz in Mia Mai um, mit der Traditionsmarke für Männer, Leonard Mai, wagt er einen Neustart.

Ich wollte dem Strick seine altbackene Behäbigkeit nehmen.

Der Plan B geht auf: Strickmode „made in Thüringen“ wird zu einem Erfolg, das Label Mia Mai ist vor allem bei Frauen ab 40 begehrt, die Qualität und Vielfalt suchen. Die puristischen Designs – Betz nennt es „Business-Strick“ – kommen zunächst vor allem in Berlin gut an, von dort aus verbreitet sich der Ruf von Mia Mai in ganz Deutschland.

„Ich wollte dem Strick seine altbackene Behäbigkeit nehmen, mit der ihn immer noch viele in Verbindung bringen“, erklärt Betz. Aber er will noch mehr. Der Physiker ist ein Tüftler, jemand, der gern Neues ausprobiert, experimentiert. Und so ist er immer auf der Suche nach neuen Stoffen und Produktionsverfahren. Mit mottensicherem Kaschmir oder kühlender Wolle liegt er voll im Trend, in der Mode werden sogenannte Wearables immer wichtiger: Smarte Kleidung, die teilweise sogar mit Hightech ausgestattet ist. Sein jüngstes Produkt soll 2019 auf den Markt kommen: eine Fahrradweste, die mit Rücklicht und Blinkern ausgestattet ist. Das ist alles andere als altbacken.

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