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Baden im Grünen

Die Sinne öffnen, zur Ruhe kommen, den Alltag vergessen – all das erlebt, wer bewusst in die Atmosphäre eines Waldes eintaucht. Waldbaden heißt ein japanischer  Gesundheitstrend, der nun auch Thüringen erobert.

Der Wald ist ein Tausendsassa – Holzlieferant, Klimaverbesserer und nun auch offiziell Gesundheitstherapeut. Letzteres vor allem für all jene, die regelmäßig ein „Waldbad“ nehmen. Gemeint ist damit nicht etwa das Schwimmen in einem von Bäumen umwachsenen See, sondern das Eintauchen ins Grün eines Waldes, in seine Geräusche und Düfte.

Die Natur als Therapeut

Vorreiter des Trends ist Japan. Dort ist „Shinrin Yoku“, das Waldluftbad, schon lange Bestandteil der medizinischen Vorsorge. Anfang der 1980er Jahre förderte das japanische Landwirtschaftsministerium ein umfassendes Forschungsprogramm, um die gesundheitliche Wirkung von Shinrin Yoku zu belegen. 2006 entstand in Japans Nationalem Erholungswald von Akasawa das erste Zentrum für Waldtherapie, und inzwischen bieten japanische Hochschulen die Spezialisierung zum Waldmediziner an.

Auch in Deutschland gewinnt Waldbaden zunehmend an Bedeutung. Doch was ist so besonders daran? Tatsächlich mindert allein der Anblick eines Waldes die Ausschüttung von Stresshormonen, hebt die Stimmung und sorgt für innere Balance. Bei einem Waldbad ist Ruhe das Geheimnis – ruhiges Gehen, ruhiges Atmen, ruhiges Denken. Die Natur mit allen Sinnen bewusst wahrzunehmen, erdet. Denn die vielfältigen Grün- und Brauntöne, der Duft nach Moos und Waldboden, die klare Luft, das weiche Licht, die große Stille – all das tut Körper und Seele gut.

„Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen haben bewiesen, dass sich Waldbesuche positiv auf Kreislauf, Immunsystem und Psyche auswirken“, so Volker Gebhardt, Vorstand von ThüringenForst. Einen wichtigen Anteil daran hat die bioaktive Luft des Waldes: Überaus sauerstoffreich und mit den ätherischen Wirkstoffen der Bäume angereichert, ist sie eine Wohltat für Bronchien und Lunge. Da trifft es sich gut, dass ein Aufenthalt in der Natur nachweislich die Lust auf Bewegung steigert – schließlich stärkt diese in jeder Form Herz und Kreislauf.

Achtsamkeit für jeden

Das Schöne am Waldbaden ist: Jeder kann es, Vorkenntnisse oder besondere körperliche Fähigkeiten sind nicht nötig, ebenso wenig teure Sportgeräte oder eine Clubmitgliedschaft. Und wenngleich es keine Regeln gibt, so ist Achtsamkeit doch das zentrale Element von Shinrin Yoku. Dabei können Meditation oder sanfte Bewegungsabläufe aus dem Qi Gong oder Taiji die Wirkung eines Waldbads unterstützen. Wer die wohltuende Auszeit nicht gern allein verbringen möchte, bucht einen Kurs bei einem zertifizierten Waldbademeister oder quartiert sich in einem Hotel oder Resort ein, das Waldbaden anbietet.

Auch in Thüringen lässt sich der neue Gesundheitstrend wunderbar ausprobieren – immerhin ist knapp ein Drittel der Landesfläche bewaldet. Interessierte können beispielsweise im Waldresort am Nationalpark Hainich eine Shinrin Yoku-Woche buchen, die neben achtsamen Wanderungen auch Naturführungen, Meditation und eine bewusste Ernährung beinhalten. „Unsere Hainich-Shinrin-Yoku-Methode wirkt verschiedenen Stress-Faktoren entgegen, die oft auch einem Burnout vorbeugen können“, erklärt Jürgen Dawo, Gründer des Waldresorts. Doch ganz gleich, ob nun im Hainich oder anderswo, sicher ist eines: Wer einmal ein Waldbad genommen hat, wird es wieder tun – zu schön ist das Gefühl, danach erfrischt und aufgeräumt zu sein und neue Energie zu spüren.

Tipps zum Waldbaden

  • Schlendern und Pausieren
    Beim Shinrin Yoku gibt es kein Ziel, keine festgelegte Dauer und keine Anstrengung. Pausen – und somit das Innehalten – sind ausdrücklich erlaubt.
     
  • Wahrnehmen
    Die Konzentration auf die Farben, Düfte und Geräusche des Waldes lenken die Aufmerksamkeit weg vom Alltag, hin zum Hier und Jetzt.
     
  • Sanft bewegen
    Auf Wegen spazieren, auf Baumstämmen balancieren, von Stein zu Stein springen oder Yoga auf einer Lichtung – sanfte Bewegung unterstützt die Aufnahme von Sauerstoff.
     
  • Atmen und Meditieren
    Sich auf den Atem zu fokussieren oder an einem schönen Platz zu meditieren, verstärkt die positive Wirkung des Waldbadens.
     
  • Genießen
    Nichts müssen, sondern einfach sein – das Waldbad bewusst zu genießen, ist wie ein Kurzurlaub.

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