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Zwischen Sandspeicher und Roboter: Das ist Prinz Thermotechnik!

Prinz Thermotechnik: Mit heißem Sand zur unabhängigen Wärmeversorgung

Thomas Prinz aus Waltershausen südwestlich von Gotha ist ein Erfinder mit großen Zielen: Er hat thermische Sandspeicher entwickelt, die Strom aus erneuerbaren Energien in Wärme umwandeln und speichern. Mit dieser Technik können im Winter kleine und große Gebäude beheizt werden. Fossile Brennstoffe sind dann unnötig.

Sein Erfindergeist hat ihn schon in der Schulzeit angetrieben: Mit acht Jahren beschäftigte sich Thomas Prinz bereits mit Elektrotechnik und baute eine Sprechanlage. „Das Konstruieren liegt mir einfach. Ich sehe etwas und überlege sofort, wie man es besser oder schneller machen könnte“, erzählt er. Als gelernter Gas- und Wasserinstallateur startete Prinz Mitte der 1990er-Jahre mit einem eigenen Betrieb und sammelte Erfahrungen mit Installations- und Dachklempnerarbeiten. Heute ist er Inhaber der Prinz Thermotechnik GmbH in Waltershausen.

Innovation bei Prinz Thermotechnik: liegender Pufferspeicher für niedrige Räume

Immer wieder stieß Thomas Prinz auf technische Fragen, die ihn ins Grübeln brachten. Eine davon betraf die Speicherung von Energie. Prinz erfand 2003 einen liegenden Wärmespeicher für niedrige Räume, wie Keller. In seinem Speicher verbaut er ein ausgeklügeltes Anschlusssystem, Wärmeleitbleche und Heizstäbe, um den Überschuss aus Photovoltaik-Anlagen besser zu nutzen. 

  • Thomas Prinz hat auf technische Fragen eine Antwort. 

  • Sandspeicher bringen Unabhängigkeit von Gas und Öl.

Für diese Entwicklung erhielt der Tüftler vom Rand des Thüringer Walds zahlreiche Preise, darunter 2023 den Zukunftspreis der IHK/HWK Erfurt und 2024 den Bayerischen Staatspreis. 

Umzug nach Waltershausen: Geburtsstunde von Prinz Thermotechnik

Seitdem ist Prinz richtig durchgestartet. Seine zweite große Erfindung: Ein Sandspeicher, der für viele Immobilienbesitzer Unabhängigkeit von Gas und Öl bedeuten könnte. Auszeichnungen wie ein weiterer Zukunftspreis der IHK/HWK Erfurt 2025 und der Bundespreis für hervorragende innovatorische Leistungen für das Handwerk der Handwerkskammer für München und Oberbayern 2026 bestätigten seine Idee. Die Erfindung ist revolutionär und weltweit nahezu einzigartig. 

Wärme wird in 500 Grad heißem Sand gespeichert – Einzigartigkeit aus Thüringen

„Das Prinzip ist eigentlich einfach“, sagt Prinz. „Wenn eine Photovoltaikanlage mehr Strom erzeugt, als gebraucht wird, nutzen wir diesen Überschuss, um den Sandspeicher aufzuheizen. Das ist bis auf 500 Grad möglich.“ Wenn später Wärme benötigt wird, wird die heiße Luft aus dem Speicher geholt und die Energie über einen Wärmetauscher auf Heizungswasser übertragen. Bei ausreichender Größe kann die Energie mehrere Monate vorgehalten werden. 

Ein Einfamilienhaus benötigt zurzeit einen etwa 4×4,5 Meter großen Speicher, der in die Erde eingelassen wird. Kosten: rund 30.000 Euro inklusive einer staatlichen Förderung. Für Gebäude mit einem höheren Energiebedarf gibt es entsprechend größere Speicher. 

Prinz arbeitet schon an einer Weiterentwicklung: Er hat Materialien gefunden, die weniger Platz brauchen als der herkömmliche Sand und die Energie noch besser speichern. Das würde zu kleineren und effektiveren Anlagen führen. Nicht nur Häuser, sondern ganze Stadtviertel oder Städte könnten so im Winter beheizt werden. 

„Mein Ziel ist, dass mehr Menschen autark leben können“

Thomas Prinz, Inhaber von Prinz Thermotechnik GmbH

Seine Firma ist auf einem guten Weg dahin, denn die Prinz Thermotechnik GmbH ist bereits in großen Teilen autark – zu 85 Prozent beim Strom und zu 90 Prozent bei der Heizung.

Schweiß- und Lackierarbeiten: Roboter bei Prinz Thermotechnik

Prinz’ Neuerungen haben das Interesse der Öffentlichkeit geweckt, was bei seiner Firma zu vollen Auftragsbüchern geführt hat. Die Wartezeit für einen Sandspeicher beträgt etwa ein Jahr. „Wir arbeiten Schritt für Schritt“, sagt Prinz. Er hat im Moment 25 Mitarbeiter, von denen die meisten in der Fertigung tätig sind. Hier sind auch viele Roboter im Einsatz wie Schweißroboter, Lackierroboter und Anlagen zur Bearbeitung der Isolierung. 

„Viele dieser Anlagen und Abläufe habe ich selbst entwickelt oder programmiert“, sagt Prinz. Was früher 17 oder 18 Menschen gemacht hätten, erledigen heute drei oder vier Mitarbeiter zusammen mit den Robotern. Arbeitsgänge konnten von einer halben Stunde auf rund anderthalb Minuten reduziert werden. Die Mitarbeiter übernehmen Vorarbeiten, das Einlegen der Bleche, Montagearbeiten und vor allem Qualitätskontrollen.

Das Zukunftsziel: mehr Speicher bauen

Auch die Arbeit im Büro hat sich wesentlich verändert – Prinz hat eine eigene KI-gesteuerte Bürosoftware programmiert, die viele Aufgaben übernimmt. „Wenn eine Bestellung per E-Mail hereinkommt, kann unsere KI den Kunden im System anlegen, den Auftrag erfassen und weitere Schritte vorbereiten“, erklärt er. Prinz hat sich für die Zukunft vorbereitet. Sein Sohn Patrick hat das operative Geschäft übernommen und steuert Vertrieb und Marketing. Thomas Prinz’ Frau und seine Mutter sind ebenfalls im Betrieb tätig. Ihr gemeinsames Ziel: Das Unternehmen vergrößern, um mehr Speicher bauen zu können. Förderung könnte dabei helfen, aber auch eine Partnerschaft mit einem Investor. Noch überlegt Prinz. „Bisher war ich eher vorsichtig“, sagt er. 

Den Gegenpol zur Arbeit im Unternehmen bildet für Prinz die Musik. Er hat eine Klavierausbildung und singt. An den Wochenenden tritt er auf kleinen Bühnen auf oder spielt auf Veranstaltungen. Sein Stimmumfang beträgt vier Oktaven, sagt er. Er singt Lieder aus Rock und Pop von U2 bis Eros Ramazzotti. „Das Musikmachen brauche ich, um den Kopf freizubekommen“, sagt er, so gewinnt er Raum für neue Ideen.