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SIMSALABIM Takasaki (Japan) 2016

Thüringer Design auf internationalen Spielplätzen

Sie sind mehr als Schaukel, Rutschen oder Klettergerüste – die Spielplätze, die Hans-Georg Kellner in Europa und Asien baut, sind innovative Kreativwelten für Kinder, die sich harmonisch in ihre Umgebung einfügen. Nebenbei führt der Thüringer seine Familientradition fort und kreiert mit den „Kellner Steckfiguren“ farbenfrohe Holzgesellen mit Kultstatus.

„Institut für spielbedingte Lärmentwicklung“ – diesen Beinamen hat Hans-Georg Kellner seinem Atelier gegeben. Der Grund dafür: Er entwirft Kinder-Spielplätze – und auf diesen geht es ja bekanntlich etwas lauter zu. Gerade war er in Stockholm, wo er gemeinsam mit seinem Team ein sogenanntes Jumping Nest realisiert hat. „Das ist ein sehr ungewöhnlicher Spielplatz, der in dieser Form zum ersten Mal gebaut wurde“, erklärt Kellner. „Es sind völlig neue Technologien und Strukturen mit schwingenden Hölzern, die an Edelstahlstangen hängen.“ Es ist bereits die zweite Spiellandschaft, die der Thüringer in Skandinavien realisiert. Rund 500 Spielplätze hat er in den vergangen 27 Jahren gebaut, unter anderem in Deutschland, Japan, Griechenland, Italien, Schweden und der Schweiz.

Kleine Figuren erobern die große Welt

Hans-Georg Kellner stammt aus einer Familie, in der Spielereien für Kinder stets viel Raum einnahmen. Bereits sein Großvater gründete die Firma „Kellner Steckfiguren“. Die kleinen Holzmännchen, die sich mit bunten Zwischenstücken, sogenannten Jummis, beliebig zusammensetzen lassen, waren Klassiker in den Kinderzimmern der DDR. Heute sind Gärtnermeister Tulpe, Quak der Frosch und Quiek die Maus längst Kult, viele weitere lustige Gesellen kamen über die Jahre hinzu. Hans-Georg Kellner hatte mit den Steckfiguren jedoch nicht viel am Hut, wie er selbst sagt – der Geschäftszweig ruhte. Vielmehr schlug das Herz des gelernten Werzeugmachermeisters für die großen Spielereien. Kellner studierte Angewandte Kunst und gründete mit einem Freund eine Firma, in der sie gemeinsam Spielplätze bauten. Und doch: Ganz losgelassen haben ihn die Steckfiguren nie. Und so nahm Kellner im Jahr 2000 die Produktion der farbenfrohen Holzgesellen wieder auf und präsentierte sie auf der Spielwarenmesse in Nürnberg. Das Publikum war begeistert, allen voran die Besucher aus Japan. „Ich habe viele Jahre nur durch den Figurenexport nach Japan existiert“, sagt Kellner. „Und jetzt bauen wir dort Spielplätze. Die Figuren waren der Türöffner dafür.“

Thüringer Holz im Tessin

Kellners Lieblingsobjekt steht in Locarno am Lago Maggiore, direkt am Wasser. Hier realisierte er eine Spielwelt, die aus waagerecht liegenden Holzbalken besteht und sich durch ihre Schlichtheit auszeichnet. „Das Ganze sieht eher aus wie eine Skulptur, bietet Kindern jedoch unglaublich viele Möglichkeiten und sehr viel Spielwert“, erklärt Kellner. „Letztlich ist es mein Ziel, dass ein Spielplatz nicht aussieht wie ein Spielplatz, sondern dass er vielmehr ein Akzent im Freiraum ist, der auch Erwachsenen guttut.“ Da die im Tessin heimische Kastanie eine unangenehme Rissbildung aufweist, wurde für die Realisierung dieses Projekts eigens Eichenholz aus Kellners Heimat importiert. So lädt in der Südschweiz nun ein Stück Thüringen zum Spielen ein.

 

Thüringen als Mittelpunkt

Bad Tabarz, der Ort, in dem er aufwuchs und seinen Firmensitz hat, ist für Hans-Georg Kellner „meine Homebase“. Er schätzt die zentrale Lage des Freistaats, die für ihn, der viel reist, strategisch perfekt ist. Wenn er irgendwann einmal nicht mehr selbst Spielplätze bauen will oder kann, möchte er sein Wissen in Workshops weitergeben. „Ich habe vielleicht 500 Spielplätze in den Jahren gebaut, ganz große und ganz kleine“, sagt er. „Mir gefällt der Gedanke, dass ich meine Erfahrungen der nächsten Generation vermitteln und ihr auch die Angst vor ungewöhnlichen Entwürfen nehmen kann.“ Bis es soweit ist, tobt sich das Kind im Manne allerdings noch ein wenig  aus – bei der Kreation neuer Steckfiguren, hauptsächlich jedoch auf Baustellen, auf denen einzigartige Spielplatzvisionen Realität werden.

Bildquelle: Atelier Kellner Bad Tabarz

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