Gute Chancen für junge Menschen

Sie sind leistungsbereit und anspruchsvoll: Junge Berufstätige suchen sich ihren Job danach aus, ob er ihren Interessen entspricht, legen aber auch großen Wert auf Work-Life-Balance. Wer sie als Mitarbeiter gewinnen will, muss ein entsprechendes Umfeld schaffen.

Wer heute um die 20 ist und vor dem Einstieg ins Berufsleben steht oder seine Karriere gerade erst begonnen hat, formuliert ganz andere Ansprüche als frühere Generationen. So wie Christian Brückner. Der 20-Jährige ist dualer Student der Informations- und Elektrotechnik bei Siemens in Erfurt. Für ihn sind „ein angenehmes Arbeitsklima, guter Kontakt zu den Kollegen und sinnvolle Tätigkeiten“ entscheidend. 

Junge Berufstätige wie Brückner wollen im Job ernst genommen werden. Sie sind früh bereit, Verantwortung zu übernehmen, und suchen gezielt nach Tätigkeiten, die ihren Fähigkeiten und Interessen entsprechen. Die sogenannte Generation Z – also die nach 1995 Geborenen, die schon in der Kindheit mit Smartphones und Social Media in Kontakt kommen – geht die Karriere sehr selbstbewusst an. Und stellt noch weitere Bedingungen: „Die Generation Z  will überwiegend eher klare Strukturen, geregelte Arbeitszeiten und vor allem eine weitgehende Trennung von Beruf und Privatleben“, sagt Prof. Dr. Christian Scholz, der an der Universität des Saarlandes den Lehrstuhl für Organisation, Personal- und Informationsmanagement innehat.

Das soziale und wirtschaftliche Umfeld macht Thüringen so attraktiv

Sie können sich solche Forderungen erlauben, denn die Lage auf dem Arbeitsmarkt entwickelt sich so, dass die Unternehmen sich immer intensiver um gut ausgebildete Fachkräfte bemühen müssen. Diese Situation wird sich eher noch verschärfen: Laut einer Studie des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales wird der Fachkräftemangel im Jahr 2030 eine der größten Herausforderungen sein. Eine Herausforderung, die das Bundesland Thüringen angenommen hat. Hier wird ein soziales und wirtschaftliches Umfeld geschaffen, das gerade für den Nachwuchs große Chancen bietet.

Im folgenden Interview erklärt Prof. Dr. Michael Behr vom Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, was das Land für die junge Generation so attraktiv macht.

Herr Prof. Dr. Behr, wie ist es um den Thüringer Arbeitsmarkt bestellt?

Ausgezeichnet! Die Arbeitslosigkeit geht stark zurück, und die Zahl der Arbeitsplätze steigt kontinuierlich.

Was bedeutet das für die nachfolgenden Generationen?

Das hat enorm positive Auswirkungen für die Beschäftigungs- und Aufstiegsmöglichkeiten der jungen Generation. Im Ernst: Thüringen ist das Chancenland für junge Menschen. Kaum anderswo können sie auch so schnell aufsteigen, weil viele Stellen – auch mit Führungsverantwortung – frei werden und vielfach das mittlere Alter (was für gewöhnlich wie eine Karrierebremse wirkt) ausgedünnt ist. Thüringen ist das Land der schnellen Karrieren. Im Übrigen haben wir, zusammen mit Hamburg, den geringsten Anteil an prekären Beschäftigungsverhältnissen wie Minijobs und geringfügige Teilzeit.

In Thüringen gibt es einen großen Anteil an mittelständischen Unternehmen, welche Chancen birgt dies für junge Arbeitnehmer?

Unternehmen der Größenordnung von 100 bis 500 Beschäftigten sind bei uns besonders stark vertreten. In solchen Unternehmen ist der Kontakt zur Firmenleitung naturgemäß gut, sind die Entscheidungswege kurz und die Arbeit ist eher anwendungsorientiert. Auch die Chancen, seine eigenen Ideen einzubringen, stehen in diesem Umfeld gut.

Erwartungen an die Berufstätigkeit

Was müsste dir eine berufliche Tätigkeit bieten, damit du zufrieden sein kannst? (Angaben in %)

 

Quelle: Shell Jugendstudie 2015 — TNS Infratest Sozialforschung, Jugendliche im Alter von 12 bis 25 Jahren (Angaben in %)

 

Urheber: FAZ