Adam Ries: Mann der Zahlen.

"Das macht nach Adam Riese" – noch immer bekräftigen viele Deutsche mit diesem Satz das Ergebnis einer Rechnung. Dabei wissen sie womöglich gar nicht, wer dieser Adam Ries war, dessen Nachnamen sich im Laufe der Zeit ein "e" hinzugeschummelt hat.

Einen Hinweis erhalten jene, die am Haus Michaelisstraße 48 in Erfurt vorübergehen. Eine Büste, eine Bronzetafel und ein ins Straßenpflaster eingelassenes Rechenbrett machen darauf aufmerksam, dass hier im Jahr 1518 Adam Ries’ erstes Rechenbuch gedruckt wurde. Es war ein Lehrbuch für Kinder, legte aber den Grundstein für mehr: In Erfurt verfasste der Rechenmeister sein Hauptwerk "Rechnung auff der Linihen und Federn". Darin lehrt Ries nicht nur das Dividieren und Multiplizieren. Er empfiehlt auch, statt der umständlichen römischen Ziffern künftig die viel praktischeren arabischen Zahlen zu verwenden. Darüber hinaus schrieb der gebürtige Franke, der von 1518 bis 1522 in Erfurt wirkte, auf Deutsch statt auf Latein. Auf diese Weise stellte er sicher, dass auch Handwerker und Kaufleute seine Rechenmethoden verstanden. Seine Schriften, die bis ins 17. Jahrhundert nachgedruckt wurden, halfen dabei, die deutsche Schriftsprache zu etablieren.

Veröffentlicht am:
10.12.2021