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Große, gelbe Kartoffelklöße liegen mit Petersilie garniert in einer blau bemalten Keramikschüssel mit Henkeln. Die Schüssel steht auf einem maserigen Holztisch. Daneben liegen ein blau-weiß kariertes Geschirrtuch der Deckel der Schüssel, sowie Besteck.
Leckere Kartoffelklöße kennt in Thüringen jeder.

Thüringer Klöße – eine kloßartige Tradition.

Obgleich Klöße sozusagen das Thüringer Nationalgericht sind, ist Kloß nicht gleich Kloß. Je nach Region werden sie aus unterschiedlichen Anteilen roher und gekochter Kartoffeln gemacht. Aber eins ist überall gleich: Der „Thüringer Kloß“ heißt in Thüringen immer „Kloß“ – in mundsprachlichen Abwandlungen. „Knödel“ wird er selten genannt oder dann, wenn es sich nicht um ein reines Kartoffelprodukt handelt.

Immer wieder sonntags

Früher ein sonntägliches Ritual: Zurück vom Gottesdienst, wurden Kartoffeln und Reibe aus dem Vorratsraum geholt. Alle packten mit an, damit zur Mittagsstunde die dampfende Lieblingsspeise auf dem Teller lag: die Klöße. Und nicht selten passiert das heute noch genauso. Oder man bedient sich einer fertigen frischen Kartoffelmasse, etwa von der Kartoffelmanufaktur Heichelheim.

„Kloß“ heißt er übrigens nach dem althochdeutschen „Kloz“, was für „Kugel, Knolle oder Klumpen“ stand. Die leckere Kartoffelspeise begeistert inzwischen mehr als 200 Jahre die Thüringer und ihre Gäste. Für viele gelten sie immer noch als „Sonntags-“ oder „Festessen“. Es war die Not, die bekanntlich erfinderisch macht. Schlechte Ernten und teures Getreide drängten die Menschen dazu, Ernährungsalternativen zu finden. Zunächst wurde versucht, aus Kartoffeln Brot zu backen, ehe man herausfand, dass heißes Wasser der Kartoffelmasse besser bekommt als Ofenhitze. Der Kartoffelkloß war geboren. Das älteste schriftliche Rezept wird einem Pfarrer aus Effelder-Rauenstein bei Sonneberg in einer Niederschrift von 1808 zugesprochen.

Die Liebe zum Thüringer Kloß verdient natürlich auch ein eigenes Museum. Zu finden ist es in Heichelheim bei Weimar als „Thüringer Kloß-Welt“ – natürlich mit einem großen begehbaren Kloß und vielen spannenden Geschichten.

Schritt für Schritt zum Thüringer Kloß nach dem Rezept der Thüringer Kloßmanufaktur Heichelheimer

Schritt 1: Zwei Kilogramm mehligkochende Kartoffeln schälen und waschen. Ein Drittel der Kartoffeln in Salzwasser kochen und die restlichen Erdäpfel roh in eine Schale reiben.Den rohen Kartoffelteig in ein Geschirrtuch geben und über einer Schüssel gut ausdrücken, sonst zerfallen die Klöße am Ende. Fangen Sie den stärkehaltigen Saft auf.

Schritt 2: Die gekochten Kartoffeln durch ein Sieb drücken oder mit einem Kartoffelstampfer zerkleinern und mit den geriebenen Kartoffeln vermengen. Die Masse mit dem aufgefangenen Stärkesaft und Salz verfeinern.

Schritt 3: Zwei Brötchen würfeln und in Butter anrösten. Formen Sie die Klöße und drücken Sie mehrere Brotwürfel in die Mitte der Knödel.Die Klöße in heißem Wasser für 20 Minuten bei niedriger Temperatur ziehen lassen; nicht kochen, sonst zerfallen die Klöße. Sobald die Klöße an der Oberfläche schwimmen, sind sie gar und können verzehrt werden.

#ThüringenLiebe geht durch den Magen. 

Zubereitung von Thüringer Klößen mit unseren TikTok-Botschaftern Fränze und Nick.

Klöße und Knödel

Neben den klassischen Kartoffelklößen gibt es natürlich auch in Thüringen andere Beilagen und Hauptspeisen wie Semmel-, Brezel-, Germ - oder Serviettenknödel. Bei den Kartoffelklößen ist es wichtig, auf mehligkochende Kartoffeln zu achten. Unbedingt wichtig sind die Brotwürfel – am besten schön angebraten – als Füllung, denn damit werden die Klöße besonders gut.

In Ostthüringen liebt man rohe Klöße, die „Griene Kließ“, also grüne Klöße, genannt werden. Die Masse aus geriebenen rohen Kartoffeln wird dort nicht wie anderswo geschwefelt und verfärbt sich grünlich, sobald sie mit Sauerstoff in Verbindung kommt. Mundsprachlich hat der Kloß je nach Region noch viele andere Namen.

Die Geschichten dahinter sind verschieden und manchmal sogar märchenhaft: In Meiningen spricht man zum Beispiel von „Hütes“, weil der Bürgermeister das Rezept von Frau Holle zum „Hüten“ bekommen haben soll. Letztlich aber gilt: Egal ob „Knölla“, „Hütes“, „Hebes“ oder „Kließ“, schmecken tun sie immer.

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Veröffentlicht am:
29.11.2022