
Mit Leidenschaft gebraut: In Thüringen ist Braukunst gelebte Tradition.
Bier aus Thüringen: Eine Reise durch Tradition und Moderne
Thüringen – ein Bundesland, das nicht nur für seine malerischen Landschaften bekannt ist, sondern auch für eine jahrhundertealte Bierkultur. Die Kunst des Bierbrauens hat eine tiefe Verwurzelung in der kulinarischen Kultur des Freistaats. Doch nicht nur das: Thüringen ist auch die Wiege eines der bedeutendsten Lebensmittelgesetze der Welt – des ältesten Reinheitsgebots für Bier, das lange Zeit zu Unrecht Bayern zugeschrieben wurde.
Das erste Reinheitsgebot: Entdeckung in Weißensee
Im Jahr 1998 stieß man in den Archiven des kleinen Städtchens Weißensee bei Sömmerda auf eine sensationelle Entdeckung: eine Wirtshausverordnung aus dem Jahr 1434. Diese „Statuta thaberna“ legte unter Strafandrohung fest, dass nur Hopfen, Malz und Wasser beim Bierbrauen verwendet werden dürfen. Diese Vorschrift ist somit das älteste bekannte Lebensmittelgesetz dieser Art – ganze 82 Jahre älter als das berühmte bayerische Reinheitsgebot von 1516. Diese lange Brautradition spiegelt sich auch in der Vielfalt der heutigen Biersorten wider, die in Thüringen produziert werden.
Thüringer Biertradition: Vielfalt und Qualität
Das Thüringer Bier steht für Qualität und handwerkliches Können. Neben dem Weißbier und Pils, das hier ebenso beliebt ist wie im Rest Deutschlands, hat insbesondere das Schwarzbier eine lange Geschichte in Thüringen. Es zeichnet sich durch seine dunkle Farbe und seinen malzigen, leicht röstigen Geschmack aus. Bereits 1543 erstmals urkundlich erwähnt, entwickelte sich das Schwarzbier zu einer der beliebtesten Biersorten der Region. Nach einer Phase des Rückgangs erlebte es in den letzten Jahren ein Comeback und wird heute in zahlreichen Brauereien wieder gebraut.
Die Wiederbelebung der Brautradition zeigt sich auch in Gotha, wo die historische Braustätte durch die Übernahme der Paulaner-Brauerei ihre Renaissance erlebt. Hier werden nun wieder Weizenbiere nach altbewährten Rezepten gebraut. Diese Wiedereröffnung hat nicht nur zur Sicherung von rund 160 Arbeitsplätzen geführt, sondern trägt auch zur Stärkung der regionalen Bierkultur bei.
Saisonale Brauspezialitäten: Winter- und Weihnachtsbiere
Heute gibt es in Deutschland insgesamt 1.492 Brauereien (Stand 2023), von denen sich 44 in Thüringen befinden. Diese Brauereien setzen nicht nur auf Tradition, sondern kombinieren auch moderne Brauverfahren und regionale Kulinarik.
Besonders bemerkenswert ist das Rolschter Brauhaus aus Rudolstadt, das sich einen Namen als erste Bio-Brauerei in Thüringen gemacht hat. Seit seiner Gründung 2006 hat die Brauerei einen klaren Fokus auf Nachhaltigkeit und den Einsatz hochwertiger Bio-Zutaten gelegt. Die Rudolstädter Brauerei setzt auf eine kompromisslose Qualität, kombiniert mit modernen Bio-Standards.
Eine Reise entlang der Bier- und Burgenstraße: Thüringer Brautradition erleben

Die Bier- und Burgenstraße verläuft entlang der B 85 vom nordthüringischen Bad Frankenhausen bis hinunter in den Bayerischen Wald.
Wer die traditionsreiche Braukunst Thüringens erkunden möchte, sollte die Bier- und Burgenstraße entlang der B 85 bereisen. Diese rund 500 Kilometer lange Route verbindet historisch bedeutsame Städte und führt bis in den Bayerischen Wald. Entlang dieser malerischen Strecke können Reisende zahlreiche Brauereien besuchen, die handwerklich gebraute Biere anbieten, und bei Führungen und Verkostungen mehr über die Kunst des Bierbrauens erfahren.
Die Reise beginnt im nordthüringischen Bad Frankenhausen, wo sich Reisende auf eine historische Spurensuche begeben können. Die Stadt ist bekannt für ihre Braukunst. Von hier führt die Route weiter nach Weißensee, wo das älteste Reinheitsgebot seinen Ursprung hat. Besonders empfehlenswert ist ein Halt in der Bierstadt Apolda, die auf eine reiche Brautradition zurückblickt. Hier wird seit über 140 Jahren in der Vereinsbrauerei Apolda das Apoldaer Bier gebraut, das weit über die Region hinaus bekannt ist. Ein weiterer lohnender Stopp ist Saalfeld. Hier lädt das Bürgerliche Brauhaus Saalfeld, gegründet 1892, zu Führungen ein und gewährt Einblicke in seine traditionelle Braukunst.
Thüringer Biertradition im Überblick
Thüringen blickt auf eine jahrhundertealte Bierbrautradition zurück, die sich von mittelalterlichen Braurechten bis zur modernen Braukunst erstreckt. Besonders das Schwarzbier mit seiner dunklen Farbe und dem charaktervollen Malzprofil ist ein fester Bestandteil dieser regionalen Kulturgeschichte und wird noch heute in zahlreichen Brauereien gepflegt und weiterentwickelt.
Einige der traditionsreichen Brauereien des Freistaats, die sich entlang der Bier- und Burgenstraße befinden, verdanken ihren guten Ruf dieser Mischung aus Geschichte und handwerklichem Können und stellen sich und ihre Produkte bei der Grünen Woche 2026 in Berlin vor:
Die Köstritzer Schwarzbierbrauerei GmbH in Bad Köstritz gehört zu den ältesten Brauereien Deutschlands und ist vor allem für ihr Schwarzes Bier bekannt, das seit 1543 hier gebraut wird und weit über die Landesgrenze hinaus beliebt ist.
Die Vereinsbrauerei Apolda GmbH ist eine der größten Privatbrauereien Thüringens mit Wurzeln bis ins 19. Jahrhundert. Sie verbindet lokale Brautraditionen mit einer vielfältigen Palette von Bieren.
Die Privatbrauerei Gessner GmbH & Co. KG aus Sonneberg kann auf über 400 Jahre Familienbrautradition zurückblicken und steht für regional verankerte Qualität und handwerkliche Braukunst.
Im Bürgerlichen Brauhaus Saalfeld GmbH im Herzen von Thüringen wird seit 1892 mit Leidenschaft gebraut – moderne Vielfalt trifft hier auf traditionelle Brauweise und ausgezeichnete Bierstile.







