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Vanessa Voigt: Biathlon-Star aus Thüringen.

Aus Schmalkalden an die Weltspitze: Biathlon-Star Vanessa Voigt

Wenn im Winter der Schnee die Berge des Thüringer Waldes überzieht und die Loipen rund um Oberhof angelegt sind, schlägt das Herz des deutschen Biathlonsports höher. Mittendrin: Vanessa Voigt, die sympathische Top-Athletin aus Thüringen, die sich innerhalb weniger Jahre zu einer festen Größe im internationalen Biathlon entwickelt hat. Ihre sportliche Präzision, ihr Ausdauervermögen und ihre Bodenständigkeit machen sie zu einer der bekanntesten Sportlerinnen des Landes – und zu einer Botschafterin für den Wintersportstandort Oberhof.

Als international erfolgreiche Spitzensportlerin ist der Name Vanessa Voigt vielen ein Begriff – als Privatperson eher weniger, erzählt die Thüringerin im Interview. Doch ein Blick hinter die Medaillen lohnt sich allemal.

Frühe Leidenschaft: Vanessa Voigts Weg in den Sport

In Schmalkalden geboren und im Thüringer Wald aufgewachsen, fand Vanessa Voigt schnell ihren Weg zum Sport im Freistaat – ein Ausgleich zur Schule musste her. Dieser Wunsch brachte Voigt auf die Tartanbahn und ihre sportliche Karriere begann bei der Leichtathletik. Ihre Leidenschaft für den Sport teilte sie schon damals mit ihrem Zwillingsbruder und ihrem jüngeren Bruder. Bis heute können sie immer aufeinander zählen.  

Der Spaß auf den Skiern durch den Thüringer Wald zu ziehen, brachte sie in einen Skilanglauf-Verein in ihrer Heimat. Mit nur zwölf Jahren wechselte die Thüringerin wegen besserer Trainingsbedingungen an das Sportgymnasium in Oberhof. Rückblickend empfindet sie diesen großen Schritt als ein wenig früh. Als Heranwachsende war es für die Sportlerin aber auch eine schöne Zeit: „Damals war es total cool für mich, mit meinen Freunden unterwegs zu sein und ein bisschen weg von Daheim die neue Welt zu entdecken.“ 

Vom Skilanglauf zur Biathlon-Weltspitze.

Langlauf oder Biathlon? So fand Vanessa Voigt ihre Leidenschaft

Trotz der Begeisterung für den Sport und das Leben im Internat war es für die Spitzensportlerin nicht immer leicht, schon mit zwölf Jahren allein vor Herausforderungen gestellt zu werden. Die Trennung von der Familie fiel Vanessa Voigt schwer, gerade die Sehnsucht zu ihren Brüdern wurde immer größer – gut, dass der Weg nach Hause nicht so weit war. „Die Strecke zwischen Oberhof und Floh-Seligenthal kenne ich auswendig. Ich kenne jede Kurve und wie sie zu fahren ist“, erzählt Voigt. 

  • Schießen vor heimischer Kulisse: für Voigt immer ein besonderes Erlebnis.

  • Hier herrscht volle Konzentration auf die Zielscheibe.

Das Ziel war für sie trotz der Herausforderungen stets klar: eine Medaille bei Olympia – das schrieb die Biathletin bereits in ihrer Kindheit in Freundebücher. Den Langlaufsport konnte Vanessa Voigt im Internat rund um die Uhr ausleben, an das Schießen, was beim Biathlon dazugehört, habe sie dabei zu Beginn keinen Gedanken verschwendet. Dennoch hat es sie immer fasziniert, den Skisport mit dem Schießen zu kombinieren. 

„Ich wollte ein bisschen Abwechslung und stelle heute immer noch fest, dass es so viele unterschiedliche Teildisziplinen im Biathlon gibt, die mich faszinieren.“

Vanessa Voigt

Vanessa Voigts Interesse am Schießen wuchs und sie probierte sich in der neuen Disziplin aus. „Die Langlauftrainer haben mich vor die Wahl gestellt: Biathlon oder Langlauf“, erzählt die Sportlerin. Für Voigt war schnell klar, wie ihre Antwort lauten wird. Mit circa 16 Jahren stieg Vanessa Voigt schließlich vollständig auf Biathlon um. Wenn sie jetzt auf den Langlaufsport schaut, wäre ihr die Sportart für ihre Karriere ein wenig zu langweilig, gibt sie zu. Es sind die unterschiedlichen Teilbereiche, die sie am Biathlon begeistern.

Oberhof: mehr als nur ein Trainingsort

Olympia-Bronze oder Medaillen bei den Weltmeisterschaften – die 16-jährige Vanessa wäre stolz auf das, was sie inzwischen in ihrer Karriere erreicht hat. Trotz Sportschule und internationalen Wettkämpfen hat Vanessa Voigt ihre Verbundenheit zu Thüringen nie verloren. Ihre Familie macht weiterhin einen großen Teil ihres Lebens aus – sowohl im Privaten als auch im Sportlichen.

Sie blickt zufrieden auf ihre bisherige Karriere zurück und freut sich, dass sie ihr Hobby in Oberhof zum Beruf machen konnte. Denn kaum ein Ort in Deutschland steht so sehr für Wintersport wie Oberhof. Die berühmten Anlagen der LOTTO Thüringen ARENA am Rennsteig, die moderne DKB-Skisport-Halle und das gut ausgebaute Loipennetz bieten ideale Voraussetzungen für Profis und Freizeitsportler. Gerade für Voigt ist Oberhof weit mehr als nur ein Trainingsort – es ist der Platz, der ihre Karriere von Anfang an geprägt hat.

Wenn im Januar hier die Wettkämpfe des Biathlon-Weltcups stattfinden, müssen die Schneedepots gut gefüllt sein. Für das Training in Oberhof gibt es außerdem die Möglichkeit, in die Skihalle auszuweichen. Hier ermöglichen vier oder fünf verschiedene Schießstände das Schießen unter unterschiedlichen Bedingungen, Rollstrecken und Laufbänder machen das Training komplett. Während der Sommermonate verlagert Voigt ihr Training nach draußen. Eine schöne Abwechslung, denn auch Oberhof im Sommer hat seinen Reiz.

Heimvorteil in Oberhof: ein ganz besonderer Wettkampfort für Vanessa Voigt

Nicht nur bei den Trainingseinheiten fühlt sich Vanessa Voigt in Oberhof immer noch zu Hause. Immer, wenn sie in Oberhof in einem Wettkampf an den Start geht, überkommt sie ein wohliges Gefühl. Die besondere Wettkampferfahrung fange schon beim Packen der Tasche an, wenn es für den Weltcup nur ein paar Minuten weiter in den Wintersportort geht. „Es ist manchmal schwierig den Wettkampfmodus einzuschalten, wenn man zuvor in der eigenen Wohnung geschlafen hat“, erzählt die Biathletin.

Auch der Druck, vor Freunden, Bekannten und Sponsoren zu performen, sei manchmal groß. Für Vanessa Voigt ist es dennoch ein großes Privileg, im heimischen Biathlon-Stadion anzutreten und die Motivation ist besonders groß, zu Hause in Oberhof den Sieg zu holen. „Ich wünsche jedem Sportler, dass er dieses Gefühl von Oberhof mal miterleben kann. Das gibt es nicht überall und es ist einfach etwas ganz Besonderes.“  

Comeback: Vanessa Voigts Weg zurück zum Biathlon und Olympia 2026

Die Frage danach, ob sie fit für die Saison 2025/26 ist, mag Vanessa Voigt gar nicht. Mittlerweile fühle sie sich aber sehr gut, sagt sie. Im vergangenen Winter 2024/25 sah das noch ganz anders aus – hier musste sie die Saison krankheitsbedingt vorzeitig abbrechen: „Ich hatte mentale und physische Probleme und musste einfach mal den Reset-Knopf drücken.“ 

Die Biathletin brauchte ein bisschen Abstand vom Sport. Was für Voigt als Sportlerin schwer zu akzeptieren war, war für sie als Privatperson ein wichtiger Schritt. Ihre Familie und ihr Freund standen ihr zu der Zeit als große Stütze beiseite. Auch ihr Zwillingsbruder, der heute Vanessas Karriere als ihr persönlicher Fotograf festhält, gab ihr Rückhalt.  

  • Ganz besondere Wettkämpfe erlebt Voigt in Oberhof.

  • Im Wettkampf zahlt sich das harte Training aus.

Jetzt ist sie aber wieder zurück in dem, was ihr so gut liegt: Biathlon. Sie müsse aber erst noch wieder im Training ankommen, „trainingsverträglich“ werden. Die Vorbereitung auf die kommende Saison ist in diesem Winter besonders wichtig, denn ein großer Wettkampf liegt vor ihr: die Olympischen Spiele 2026 in Milano Cortina. Für das Ereignis stehen noch die Qualifikationen der Teamkollegen und Vorbereitungslehrgänge an, bis es dann zur Anreise geht. Bis dahin kann Vanessa Voigt ein wenig durchatmen, denn genau wie Max Langenhan hat sie sich bereits qualifiziert. Vanessa Voigt sieht die aktuelle Weltcup-Saison als Training und versucht ihre Bestleistung bis Olympia zu steigern.

Vanessa Voigts Bindungen zu ihrer Heimat in Thüringen

Vanessa Voigts Erfolgsgeschichte ist auch ein Stück Thüringer Erfolgsgeschichte. Denn was sie besonders auszeichnet, ist ihre enge Bindung zu Thüringen. Sie trägt die Region nicht nur auf der Sportkleidung, sondern auch im Herzen.  

Vanessa Voigt ist als Leistungssportlerin beim Zoll tätig, doch ob sie hier nach ihrer Sportlerkarriere arbeiten wird, steht noch nicht fest. Aber so wie die Thüringerin in die Vergangenheit blickt, schaut sie auch zuversichtlich nach vorn und hat sich für die Zeit nach ihrer Karriere schon Gedanken gemacht. Sie war bereits Teil des Projekts „Biathlon in Schulen“ und hat einen Schein absolviert, der sie befähigt, den Nachwuchs zu trainieren. Ihr Vorhaben: jüngere Menschen für den Sport zu begeistern – für mehr Bewegung und weniger Zeit mit Social Media. 

„Ich sehe mich nicht nur im Leistungs- oder Profisport, sondern eher in der Nachwuchsschiene. Ich will Bewegung in den Alltag von jungen Menschen bringen.“

Vanessa Voigt

  • Vanessa Voigt

    Geburtsdatum: 7. Oktober 1997

    Geburtsort: Schmalkalden

    Beruf: Zollbeamtin (Mitglied des „Zoll Ski Team“)

    Disziplin: Biathlon

    Karrierehöhepunkte: Sieg IBU Cup 2020/21,
    Olympia-Bronze 2022, Silber und Bronze bei 
    Weltmeisterschaften 2023 und 2024

    Hobbys: „kreativ sein“, Malen, Stricken