Zum Inhalt springen

An den Schalthebeln: Richard Wehner lernt Elektroniker

Schaltkreise schließen: Elektroniker sorgen für Power

Wenn sie die richtigen Knöpfe drücken, läuft’s! Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik holen den Strom ins Haus. Kein Wunder, dass eine Ausbildung eine gute Perspektive für die Zukunft schafft. Strom brauchen wir heutzutage für fast alles. Azubi Richard Wehner mag besonders die Arbeit an Verteilern. 

Von der kaputten Steckdose bis zum Smart Home-System – Elektroniker müssen alte und neue Technik beherrschen. Aber gerade die Vielfalt macht den Beruf so interessant, findet Richard Wehner. Der 20-Jährige macht eine Ausbildung und liebt alles, was mit Strom zu tun hat. Im Moment stehen Schaltanlagen bei ihm auf dem Plan. Mittlerweile ist er im dritten Lehrjahr und darf schon viel allein machen. Ganze Elektroverteiler baut er selbst, fängt mit dem Grundgestell an und installiert nach und nach alles, was dazu gehört – bis zur Fehlerstrom-Schutzeinrichtung oder zum Brandschutzschalter.

Um das Video anschauen zu können, müssen Sie das YouTube-Cookie aktivieren.

„Ohne uns wird’s dunkel“, sagt er über seinen Job und grinst. Man könnte umgekehrt sagen: Dank der Elektroniker wird’s hell – wenn sie nach Plan vorgehen. Bei Elektroverteilern muss jedes Relais an der richtigen Stelle sitzen, sagt der Azubi. In den Schaltkästen wird der Strom verteilt. Hier sind auch die Steuerungen und Komponenten für das Smart Home, das intelligente Zuhause, angelegt. Damit werden Kühlschränke, Waschmaschinen und Jalousien vom Handy aus ferngesteuert.

So kann man Energie, sprich: Strom, sparen. Das Haus wird mithilfe von Smart Home sicher und effizient. Elektroniker sind auch Experten für Nachhaltigkeit. 

Richards Ausbildung hat eine Besonderheit: Er macht sie gleich in zwei Firmen: Die w&k Elektrotechnik und die Kynast Elektroanlagen in Dermbach nordwestlich von Suhl arbeiten beim Thema Ausbildung zusammen. Davon profitieren die Lehrlinge, denn die Firmen haben verschiedene Schwerpunkte.

Ausbildung als Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik

Im ersten Teil seiner Ausbildung war Richard bei Kynast Elektroanlagen auf verschiedenen Baustellen in ganz Deutschland. Hier hat er das Handwerk von der Pike auf gelernt: Er hat in oder auf Wänden Kabel verlegt, er hat Lampen und Steckdosen installiert, Wände gestemmt, er hat gefräst und geschlitzt, damit man die Kabel in die Wände reindrücken kann.

w&k Elektrotechnik GmbH: Ausbildungsunternehmen in Thüringen

Bei der zweiten Station w&k Elektrotechnik übernimmt er inzwischen eigene Projekte. Morgens bucht er sich über den Computer in ein Projekt ein und legt los. „Ich mache da weiter, wo ich am Vortag aufgehört habe: mit der Verdrahtung, oder ich mache den Schaltschrank fertig.“ Ist ein Projekt abgeschlossen, geht es mit dem nächsten weiter. 

Frühe Arbeitszeiten gehören dazu: von 6:00 Uhr bis um 15:00 Uhr. Wenn die Firma auf Montage ist, ist das Team samt Azubi mehrere Tage on Tour. Von Montag bis Donnerstag geht es dann nur um die Arbeit. „Das sind lange Tage. Dafür haben wir freitags frei und ein langes Wochenende.“ Richard hat schon an vielen Orten Deutschlands gearbeitet – Hamburg hat ihm bisher am besten gefallen. 

  • Schwesterunternehmen aus Thüringen: vorbildhafte Ausbildungsunternehmen

  • Ausbildungsversprechen bei w&k Elektrotechnik GmbH

Im Ausbildungsverbund sind beide Betriebe engagiert, neue Azubis zu finden und sie fürs Elektrohandwerk zu begeistern. Die Unternehmen sind in den Schulen der Region aktiv und zeigen anhand von Mitmachstationen, wie spannend das Berufsfeld des Elektronikers für Energie- und Gebäudetechnik sein kann.

„Hauptsache Praktikum“: gute Voraussetzungen für die Ausbildung

Richard entdeckte seine Begeisterung für Kabel, Relais und Verteiler in Praktika während der Schulzeit. So einen praktischen Einblick empfiehlt er jedem, der ins Handwerk einsteigen will. „Hauptsache ein Praktikum“, sagt er, „ein Realschulabschluss und handwerkliches Geschick sind natürlich auch nicht schlecht.“

Tradition meets Digitalisierung

Das Handwerk hat viele Elemente, die seit Jahrzehnten gleich geblieben sind. Trotzdem macht es nicht Halt vor der neuen Zeit. Die Unternehmen setzen heutzutage auch auf Digitalisierung und Künstliche Intelligenz (KI). Die Lagerwirtschaft ist beispielsweise vollständig digitalisiert. Wird Material mithilfe eines Scanners aus dem Lager entnommen, wird das Lager „entlastet“ und das Material auf das entsprechende Projekt gebucht. So weiß das Unternehmen immer, was noch vorrätig ist und in welcher Anzahl.  

  • Richard Wehner: unterwegs im Lager

  • Digitalisierung: erleichtert Lagerwirtschaft

w&k Elektrotechnik hat zudem eine eigene App, die vollautomatisch Projektdaten generiert. Durch KI wird die Beschriftung der einzelnen Bauteile effizienter.

Das handwerkliche Geschick steht bei der Ausführung der Arbeiten an erster Stelle. „Die Arbeit mit den eignen Händen spielt bei uns eine große Rolle. Ihr kann KI nicht das Wasser reichen.”

Richard Wehner, Auszubildender bei w&k Elektrotechnik GmbH 

 „Als Elektroniker geht es um Fingerfertigkeit“, sagt Richard. Handwerkliche Begabung, aber auch erste Erfahrungen aus der Kinder- und Jugendzeit seien eine gute Voraussetzung, um den Beruf auszuüben. „Es ist nicht schlecht, wenn man zuhause mit angepackt hat, wenn Vater oder Mutter etwas repariert haben.“

Verdrahtung bis Installation: Arbeitsalltag als Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik

Die Ausbildung ist praxisnah, aber theoretischer Unterricht in der Berufsschule darf nicht fehlen. Teilweise findet diese im Blockunterricht zwei Wochen am Stück statt. In welchem Rhythmus sich Schule und Betrieb abwechseln, ist unterschiedlich. Dazu kommen Seminare, in denen Schwerpunktthemen behandelt werden.  

Jackpot in der Arbeitswelt: angenehmes Arbeitsklima

Richard erinnert sich noch an die Zeit, als er von der Schule in die Arbeitswelt gekommen ist. Erst war er skeptisch, doch inzwischen gefällt es ihm. „Ich habe schnell festgestellt, dass Arbeiten nicht immer etwas Schlechtes ist, wenn man sich mit den Kollegen versteht. Am Ende des Tages sieht man, was man mit den eigenen Händen gemacht hat.“ 

Das Arbeitsklima ist wichtig für ihn. Er fühlt sich bei w&k Elektrotechnik wohl und blickt zuversichtlich dem Ende seiner Ausbildung entgegen. Ob danach eine Weiterbildung zum Meister ansteht, ist für Richard noch nicht sicher. Aber eines ist klar: Der Thüringer hat den richtigen Beruf für sich gefunden.

Ausbildung zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik in Thüringen  

Berufsbezeichnung: Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik 

Ausbildungsdauer: 3,5 Jahre 

Ausbildungsorte in Thüringen: 

  • Elektroinstallationsbetriebe und Handwerksunternehmen im gesamten Freistaat 

  • Berufsschulen, z. B. in Erfurt, Jena oder Gera 

Voraussetzungen: 

  • Haupt- und Realschulabschluss empfohlen 

  • Technisches Verständnis und Interesse an Elektronik 

  • Sorgfältige und verantwortungsbewusste Arbeitsweise 

  • Mathematische Grundkenntnisse 

Ausbildungsinhalte: 

  • Installation und Wartung von elektrischen Anlagen 

  • Planung und Umsetzung von Energieversorgungssystemen 

  • Smart-Home- und Gebäudetechnik 

  • Sicherheits- und Beleuchtungssysteme 

  • Fehleranalyse und Reparatur 

Besonderheiten in Thüringen: 

  • Sehr gute Zukunftsaussichten durch Energiewende und Digitalisierung 

  • Hoher Bedarf an Fachkräften im Handwerk 

  • Einsatz in privaten, gewerblichen und öffentlichen Gebäuden 

Weitere spannende Infos zur Ausbildung im Handwerk und den Ausbildungsstellen gibt es hier:

https://www.jobtest-thueringen.de/

Oder auf den Seiten der Thüringer Handwerkskammern. 

Den richtigen Vorgeschmack für das Berufsleben gibt es in einem Praktikum. Der Freistaat Thüringen belohnt dieses Interesse. Freut euch auf ein Ferienpraktikum im Handwerk – mit Praktikumsprämie!