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Tradition trifft Innovation: Kloßdonut und Kloßherz

Neuinterpretation eines Klassikers: Kloßherzen

Saftig, warm dampfend – und in Kugelform: So kennt man den Thüringer Kloß. Er gehört zu den bekanntesten Spezialitäten des Freistaats und ist seit Jahrhunderten fester Bestandteil der regionalen Küche. Ob als Beilage zum Braten oder als eigenständige Mahlzeit – der Kloß steht wie kaum ein anderes Gericht für die Thüringer Genusskultur. 

Nun hat ein erfindungsreicher Gastronom aus Gotha den kulinarischen Klassiker aus dem Freistaat neu interpretiert. Matthias Schade, der Kopf hinter dem Feinkost-Start-up Schadinis, hat mit seinen Kloßherzen und dem Kloßdonut innovative Spezialitäten geschaffen, die Feinschmecker begeistern und Thüringen als Heimat regionaler und nachhaltiger Produkte in den Fokus rücken.

Vom Herz zum Dino: Thüringer Klöße neu gedacht bei Schadinis

Thüringen kann mit einigen kulinarischen Spezialitäten aufwarten, die weit über den Freistaat hinaus beliebt sind: von der berühmten Thüringer Bratwurst bis hin zum altehrwürdigen Superfood Erfurter Brunnenkresse. Spätestens in der Weihnachtszeit gehören dann für viele traditionell Thüringer Klöße auf den Tisch. Und die sind eigentlich schon perfekt, könnte man meinen – wenn hier nicht die Dinosaurier und die Coronapandemie ins Spiel kämen. 

„Wir wollen nicht mit Traditionen brechen, sondern einen gewissen Schwung reinbringen.“

Matthias Schade, Geschäftsführer von Schadinis

Als er sein Restaurant während der Pandemie 2021 vorübergehend schließen musste, hatte Matthias Schade plötzlich viel Zeit. Und die nutzte der neugierige Thüringer zum Experimentieren. Eigentlich wollte er ein Kindergericht kreieren, zum Beispiel Klöße in Dinosaurierform – am Ende kam ein patentiertes Verfahren heraus, um die Thüringer Kartoffelspezialität in verschiedensten Formen haltbar zu machen. 

„Wir wollen eine Botschaft mit dem Essen senden – ob das am Valentinstag mit einem Herzkloß ist oder mit Klößen in Dinoform für die Kinder.“

Matthias Schade

Der Kloßdonut und das Kloßherz sind dabei nur zwei von vielen Möglichkeiten: Schadinis entwickelt neben den eigenen Kloßspezialitäten auch für andere Firmen oder Gastronomen einzigartige Kloßprodukte. Anfragen dafür kommen mittlerweile sogar aus dem Ausland. Seine Kinder aber, die lieben bis heute vor allem die Dinoklöße, erzählt der Unternehmer lachend.

Thüringer Kloßherzen bei Schadinis – nur echt mit Thüringer Kartoffeln

Besonders wichtig ist Matthias Schade bei seinem neuartigen Verfahren das Thema Nachhaltigkeit – es spart bei Herstellung und Lagerung rund 40 Prozent Energie ein. Die Produkte müssen nicht tiefgekühlt werden, sind lange haltbar und vegan. Gespart wird auch an den Transportwegen, denn der Unternehmer setzt ganz klar auf die Thüringer Landwirtschaft: In Schadinis Klöße kommt nur „die fantastische Kartoffel aus Thüringer Erde, gewachsen in bestem Thüringer Boden“, wie Schade seine Rohware stolz anpreist. 

Der Thüringer Boden ist in der Tat ein besonderer – nicht umsonst gibt es im Freistaat eine lange Tradition des Gartenbaus und des Weinanbaus. Thüringens Kartoffeln sind dank des schweren Bodens mit einem hohen Tongehalt besonders schmackhaft und werden daher nicht nur aus Lokalpatriotismus gerne zur Kloßproduktion genutzt. 

 

Die Thüringer Kartoffel – ein Erfolgsprodukt mit Tradition

Die Kartoffel ist seit dem 16. Jahrhundert in Europa heimisch, erst seit dem 17. und 18. Jahrhundert wird sie in Deutschland als Grundnahrungsmittel angebaut. Erste Rezepte für Thüringer Klöße wurden um 1800 erfunden, da schwache Getreideernten die Menschen zu Ernährungsalternativen drängten.  

Heute ist Deutschland der größte Kartoffelproduzent in Europa und eines der führenden Kartoffel-Exportländer weltweit. Die Thüringer Kartoffeln sind sehr geschmacksintensiv und werden größtenteils für regionale Spezialitäten in Thüringen selbst verwertet.
 

Verbrauch pro Kopf/Jahr in Deutschland: 63,5 Kilo 


Anbaufläche für Kartoffeln in Thüringen (2024): 1.200 Hektar


Ernte (2024): 50.700 Tonnen


Betriebe: circa 50 


Thüringer Kartoffel des Jahres 2024: Wendy


Thüringer Kartoffel des Jahres 2025: Queen Anne

 


Mehr Informationen zur Thüringer Kartoffel finden Sie beim THÜKAV 
 

Thüringer Innovationsgeist für eine nachhaltige Landwirtschaft

Mit seinem ökologischen Verfahren hat Matthias Schade neue Standards für die kartoffelverarbeitende Industrie gesetzt. Doch das ist erst der Anfang: Mittlerweile wird sein Verfahren auch auf Reis angewendet, um ihn etwa für Katastrophenfälle haltbar zu machen. Noch in der Pilotphase befindet sich eine Technik, die Saatgut vor unbeständigen Wetterbedingungen schützen soll – ein weiterer Beitrag zu nachhaltiger Landwirtschaft „Made in Thüringen“.

In der Entwicklung arbeitet Matthias Schade mit dem Forschungszentrum für Medizintechnik und Biotechnologie (fzmb) in Bad Langensalza zusammen. 2024 gab es dafür sogar den AgraNova Sonderpreis der Thüringer Tourismus GmbH. Und auch im letzten Jahr blieb der Unternehmer voller Tatendrang: Bereits zum zweiten Mal vertrat er Thüringen auf der Grünen Woche in Berlin mit seinen Thüringer Klößen à la Schadinis – ganz wie es sich für jemanden gehört, der mit viel Herz bei der Sache ist.

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Zu Besuch in Matthias Schades „Kloßfabrik“

Bis Herzen, Donuts und Dinos im Topf und in der Pfanne lagen, musste der Geschäftsführer von Schadinis ganz schön viel ausprobieren. Begleiten Sie Matthias Schade in diesem Video in seine Küche!

Thüringer Klöße mit Herz – und auf dem eigenen Teller

Wo kann ich Kloßherzen kaufen?


Sie können die Kloßherzen auf mein-thueringen.de und im Thüringer Wald Shop bestellen.


Wo kann ich den Kloßdonut probieren?


In Matthias Schades Gasthaus Zum Wiesengrund in Gotha-Boilstädt können Sie den Kloßdonut als Vorspeise bestellen.


Das klingt super, aber ich will gerne selbst kochen. Wo finde ich ein Rezept für Thüringer Klöße?


Sie finden hier auf unserer Website eine Schritt-für-Schritt-Anleitung: