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Gärten und Parks: eine grüne Route durch Thüringen

Von Bad Liebenstein bis Greiz: Route durch Parks und Gärten in Thüringen

In Thüringen liegen Gärten und Parks von West nach Ost aufgereiht wie auf einer Schnur. Sie laden zum Erkunden, Flanieren und Träumen ein. Die Gärten von Schlössern und weitere moderne Anlagen ziehen jährlich Hunderttausende Besucher an. 

Beginn der Route am Schlosspark Altenstein 

Blumen, Parks und Spielbereiche: weiter geht es nach Leinefelde-Worbis 

Von Bad Langensalza bis zur Orangerie Gotha: Spaziergang durch den Märchenwald 

Tee aus dem Rennsteiggarten: angekommen in Oberhof 

Geschichte trifft Gartentradition: egapark Erfurt 

Geschichte und Kultur im Schlosspark Ettersburg 

Mit sanfter Hand gestaltete Ideallandschaften: vom Park an der Ilm bis Schloss Tiefurt 

Auf den Spuren von Goethe: unter den Rosengängen wird jedes Jahr gefeiert 

Weiter in Goethes Fußspuren: im Schlosspark Kochberg 

Bürgerlich harmonisch: der Bergfried-Park im Saalfeld   

Sport treiben im Paradies: angekommen im Greizer Park  

Ohne Zweifel ist Thüringen eines der grünsten Bundesländer Deutschlands. Hier finden sich zahlreiche Parks und Gärten, in denen die Natur zur Blüte gebracht wird. Es gibt fast naturbelassen wirkende englische Parks oder gestaltete Rosengärten und Botanische Gärten, in denen Seltenes und Exotisches gezüchtet wird. Auch Goethe trifft man an mehreren Stationen, oder Herzogin Anna Amalia und Gartenbauer, von deren gestalterischen Ideen wir heute noch profitieren. Die Route der Anlagen schlängelt sich von Bad Liebenstein unweit der hessischen Grenze bis nach Greiz, nah an Sachsen. 

Beginn der Route am Schlosspark Altenstein

Der Schlosspark Altenstein in Bad Liebenstein wird seit seiner Anlage Ende des 18. Jahrhunderts bewundert – und das von berühmten Gästen wie Johannes Brahms und Clara Schumann. Der 160 Hektar umfassende Landschaftspark gehörte den Großherzögen von Sachsen-Meiningen, war aber immer für die Allgemeinheit zugänglich. Weite Sichtachsen, schroffe Steilhänge und ein künstlicher Wasserfall überraschen die Spaziergänger und erinnern an das Handwerk von Fürst von Pückler-Muskau

Vom Bonifatiusfelsen gibt es eine wunderbare Aussicht. Hier soll der heilige Bonifatius im 8. Jahrhundert gepredigt haben. Den Mittelpunkt des Parks bildet das Schloss Altenstein, das im Stil der englischen Spätrenaissance erbaut wurde. Wer möchte, kann im Museum Briefe von Johannes Brahms entdecken. Darin schwärmt er vom Champagner, der ihm dort täglich serviert wurde. 

Blumen, Parks und Spielbereiche: weiter geht es nach Leinefelde-Worbis

In Leinefelde‑Worbis, im Norden des Freistaats, entsteht zur Landesgartenschau 2026 ein neuer Landschaftspark, der einstige Garagenhöfe und Freiflächen in eine grüne Oase verwandelt. Zwischen Augarten, Lunapark und Tüffers Garten laden Wege, Blumenbeete und Spielbereiche zum Entdecken ein. Die Gartenschau ist nur der Auftakt: Auch danach bleibt das Gelände als öffentlicher Park erhalten. 

Von Bad Langensalza bis zur Orangerie Gotha: Spaziergang durch den Märchenwald

Gleich mehrere Gärten erwarten die Besucher von Bad Langensalza, einem Kurort, der seit mehr als 200 Jahren eine bessere Gesundheit verspricht. Ein japanischer Garten, ein Rosengarten und ein Baumgarten, ein sogenanntes Arboretum, verführen zum Spaziergang und zum Träumen. Zwischen den mehr als 200 verschiedenen Gehölzen des Arboretums fühlen sich die Spaziergänger wie im Märchenwald. Eine Besonderheit ist auch der Apothekengarten am Thüringer Apothekenmuseum. Rund 80 verschiedene Heilkräuter erinnern daran, wie Krankheiten früher behandelt wurden. 

Der Einfluss Englands auf die Gestaltung von Thüringens Schlösser und Gärten lässt sich besonders gut an der englischen Parklandschaft rund um das Schloss Gotha ablesen. Die Gartenanlage gilt als eine der ältesten ihrer Art auf dem europäischen Festland. Der weitläufige Park ist ein Publikumsmagnet, denn die sanft gewundenen Wege, der alte Baumbestand, die Seen, Orangerie und Pavillons entführen in eine Zeit, die längst vergangen ist. Die Residenz ist bald 400 Jahre alt – sie wurde direkt nach dem Dreißigjährigen Krieg errichtet und ist seitdem erhalten. Einzigartig!

  • Friederikenschloss in Bad Langensalza

  • Pavillons und Orangerie: wie im Märchenwald

Tee aus dem Rennsteiggarten: angekommen in Oberhof

Eine gute halbe Stunde südlich liegt Oberhof, das vor allem als Wintersport-Mekka Thüringens bekannt ist. Hier liegt einer der größten Gebirgsgärten Europas, der Rennsteiggarten – eigentlich ein universitärer Schulgarten, denn Jenaer Professoren legten ihn um 1970 an, um Studien zu ermöglichen. Rund 4.000 Gebirgspflanzen aus vielen Regionen der Erde wachsen auf sieben Hektar feinster Natur. Beliebte Mitbringsel sind der Kräuter- und der Früchtetee aus dem Shop – natürlich stammen alle Zutaten aus dem Garten. 

Geschichte trifft Gartentradition: egapark Erfurt

In der Gartenstadt Erfurt lädt der egapark zum Flanieren ein. Im Jahr 2026 wird der Park 65 Jahre alt. Seine Geschichte begann in der DDR und Elemente der damaligen Architektur der sozialistischen Moderne lassen sich noch heute entdecken. Die Bundesgartenschau 2021 förderte die denkmalgerechte Erneuerung und führte den Park zugleich in die Zukunft. 

Ein Anziehungspunkt ist sicher der Japanische Fels- und Wassergarten, der ein Gleichgewicht zwischen natürlicher und künstlicher Schönheit anstrebt. Im Rosengarten präsentieren sich im Herbst 4.000 Rosen verschiedener Züchtungen von bienenfreundlichen Rosen über Duftrosen bis zum mediterranen Rosengarten. Eine halbe Million Gäste kommen jedes Jahr, um Blumen, Themengärten, aber auch das Deutsche Gartenbaumuseum, das Wüstenhaus Danakil und die Cyriaksburg zu erleben.

Geschichte und Kultur im Schlosspark Ettersburg

Auf unserer Route geht es weiter zum Schlosspark Ettersburg. Der Schlosspark blickt auf eine lange Tradition als fürstlicher Rückzugsort zurück: Bereits seit Anfang des 18. Jahrhunderts diente das Ensemble als beliebter Jagd- und Sommersitz der herzoglichen Familie von Sachsen-Weimar und Eisenach. 

Seine kulturelle Blüte erlebte Ettersburg in den Jahren 1776 bis 1780, als Herzogin Anna Amalia hier Hof hielt und Ettersburg bedeutende Vertreter der Weimarer Klassik wie Goethe, Schiller, Wieland und Herder anzog. Das Schloss- und Parkensemble ist heute Teil des UNESCO-Welterbes „Klassisches Weimar“. 

Die heutige Gestalt des romantischen Landschaftsgartens geht auf den Erbgroßherzog Carl Alexander zurück, der das Anwesen 1842 übernahm. 1845 erfuhr die Anlage mit dem sogenannten „Pücklerschlag“ eine besondere Erweiterung: Auf Anregung von Fürst Pückler-Muskau entstand ein weitläufiger, durch malerisch gruppierte Gehölze gegliederter Wiesenraum.

Mit sanfter Hand gestaltete Ideallandschaften: vom Park an der Ilm bis Schloss Tiefurt

Richtung Osten führt der Weg nach Weimar und hier selbstverständlich als Erstes zum Park an der Ilm. Der Park mitten in der Stadt katapultiert die Spaziergänger sofort in die Vergangenheit: Über diese Wege ging Goethe, an dieser Stelle hielt Schiller inne. Auch dieser Park ist nach englischem Vorbild angelegt, eine mit sanfter Hand gestaltete Ideallandschaft. An ihrem Rand liegt Goethes Gartenhaus, in dem er viel Zeit verbrachte. 

Drei Kilometer nordöstlich von Weimar liegt Schloss Tiefurt, eine Sommerresidenz des Weimarer Adels und ein weiteres Ziel von Goethe. Er besuchte dort Herzogin Anna Amalia, die ausgewählte Gäste zu Gesellschaften einlud. Goethe ließ sich von der Landschaft für sein Singspiel „Die Fischerin“ inspirieren. Die Ilm schlängelt sich durch den 21 Hektar großen Park. Wiesen, unterbrochen von Baumgruppen, ziehen sich bis zum Flussufer. Blickfänge sind ein Teesalon, der Gedenkstein für Herder und das Mozart-Denkmal.

  • Auf den Spuren vom Dichter: Gartenhaus von Goethe

  • Märchenhafte Stimmung im Schlosspark Tiefurt

Südlich von Weimar liegt der weitläufige Park des Schlosses Belvedere, der barocken Sommerresidenz der Familie von Sachsen-Weimar und Eisenach. Darin findet sich ein Russischer, ein Lust- und ein Irrgarten. Die kleinen Perlen in dem 43 Hektar großen Park lassen ahnen, dass die Weimarer Herzöge hier manche fröhliche Stunde verbrachten – unter ihnen übrigens auch Herzogin Anna Amalia. 

Auf den Spuren von Goethe: unter den Rosengängen wird jedes Jahr gefeiert

Auf unserem Weg lassen wir Jena zunächst rechts liegen und fahren zu den Parks an den Dornburger Schlössern. Der in dieser Region unvermeidliche Goethe ist wieder mit von der Partie. Es gefiel ihm hier: „Die Aussicht ist herrlich und fröhlich“ schrieb er. Von der Anhöhe, auf der die drei Schlösser gebaut sind, fällt der Blick auf die Saale, die sich durch die Landschaft windet. 

Das älteste Schloss wurde im Jahr 937 erstmals erwähnt. Die Besucher wandeln auf historischem Boden. Im Schlossgarten ist der Rosengarten eine Besonderheit. Unter den Rosengängen wird jedes Jahr ein Fest gefeiert. 

In der Universitätsstadt Jena legen wir einen Halt im Botanischen Garten ein. Er ist Teil der Fakultät für Biowissenschaften und lockt mit einer grünen Blätterwand, mit großem Pflanzenbestand, Alpinum und Arboretum. Früher befand sich hier der fürstliche Lustgarten. Wer die Umwandlung in einen Botanischen Garten anregte, lässt sich schnell erraten: Herr von Goethe! 

Weiter in Goethes Fußspuren: im Schlosspark Kochberg

Wir fahren Richtung Süden, um am Schloss Kochberg und seinem Park Halt zu machen. Schon wieder sind wir auf Goethes Spuren. Seine Muse Charlotte von Stein wohnte hier und die beiden konnten sich abseits von den wachsamen Augen der Weimarer sehen. Den Park plante Charlottes Sohn. Das barocke Gartenhaus wurde 1800 zum Theater umgebaut, noch heute werden hier Stücke aufgeführt. 

  • Weitläufig im Grünen: Schlosspark Belvedere

  • Von Charlotte von Steins Sohn geplant: Schlosspark Kochberg

Bürgerlich harmonisch: der Bergfried-Park im Saalfeld

Der Park Bergfried ist ein herausragendes Beispiel bürgerlicher Gartenkunst des frühen 20. Jahrhunderts, in dem sich architektonische und landschaftliche Gestaltung auf besondere Weise verbinden. Das Haus Bergfried wurde 1923/24 vom Architekten Max Hans Kühne für Karl Ernst Hüther, den Inhaber der Saalfelder Schokoladenfabrik Mauxion, errichtet. Für die gärtnerische Umsetzung wurde drei Jahre später die renommierte Berliner Firma Ludwig beauftragt, die zur damaligen Zeit zu den einflussreichsten Gartenarchitekturbüros Deutschlands zählte. 

Aus dieser Zusammenarbeit entstand ein harmonisches Ensemble, das heute zu den bedeutendsten Kulturdenkmalen Thüringens gehört. Der gestalterische Höhepunkt: eine eindrucksvolle Sichtachse, die vom Herrenhaus mit seinem Schmuckhof über eine Lindendoppelallee bis hinauf zu einem höher gelegenen Weiherhäuschen führt.

Sport treiben im Paradies: angekommen im Greizer Park

Menschen, die sich gern bewegen und die frische Luft lieben, finden im Jena Paradies (Volkspark Oberaue) drei aneinander liegende Grünflächen, in dem Sport getrieben und gespielt wird. 2002 wurde der Paradies Park als Kulturdenkmal eingestuft. 

Unsere letzte Station ist der Fürstlich Greizer Park, eine Stunde vom Stadtzentrum Jena in Richtung Südosten entfernt und in unmittelbarer Nähe zur Grenze nach Sachsen gelegen. Wir finden hier die englische Gartenarchitektur wieder mit weiten Sichtachsen und einer der ältesten Lindenalleen Deutschlands. 

Der Blick durch die längste Achse fällt auf ein zwölf Meter hohes Kreuz, das an die früh verstorbene Frau des Fürsten Heinrich XX. erinnert. 

  • Naturschutzgebiet Greizer Park mit Sommerpalais

  • Von Geschichte bis Kultur: schlendern im Schlosspark Ettersburg

So wie in Greiz verbinden die Thüringer Gärten und Parks gezähmte und ungezähmte Schönheit der Natur und bieten den Besuchern einmalige Möglichkeiten zur Erholung. Viele Grünanlagen sind das ganze Jahr geöffnet und können bei freiem Eintritt besichtigt werden.